Spezialchemie: So will Heitmann Lanxess wieder in die Spur bringen

Spezialchemie: So will Heitmann Lanxess wieder in die Spur bringen

Bild vergrößern

Lanxess-Lenker Axel Heitmann hat zu lange auf Kautschuk gesetzt. Der erfolgsverwöhnte Konzern ist aus der Spur geraten.

von Jürgen Salz

Der Chemiekonzern Lanxess will rund 1000 Arbeitsplätze streichen. Konzernchef Axel Heitmann plant eine neue Strategie, um das Unternehmen aus seiner aktuellen Krise zu führen.

Zumindest die Aussicht nach draußen hat sich verbessert. Als sich Vorstände und Aufsichtsräte von Lanxess Anfang September erstmals am neuen Konzernsitz in Köln-Deutz zu ihrem jährlichen Strategiemeeting trafen, konnten sie vom 20. Stock aus den Blick auf den Rhein und das Altstadtpanorama genießen. Als Lanxess noch in Leverkusen residierte, tagte die Runde im dortigen Chemiepark.

Die Aussichten, die Lanxess-Chef Axel Heitmann dann der Versammlung vermittelte, erschienen weniger erfreulich: In wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobil- und der Bauindustrie hat die Nachfrage nachgelassen. Auch der chinesische Markt schwächelt. Vor wenigen Wochen hatte Heitmann bereits einräumen müssen, dass im zweiten Quartal 2013 nur noch ein Minigewinn von neun Millionen Euro angefallen ist. Auch die Ergebnisprognose von 1,4 Milliarden Euro für 2014 sei nicht mehr zu halten. Jetzt kündigte der Chemiekonzern an, rund 1000 Arbeitsplätze streichen zu müssen. Der bis Ende 2015 geplante weltweite Stellenabbau ist Teil des neuen Sparprogramms, das das Management am Dienstagabend in Köln bekanntgab. Ziel seien jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen Euro ab dem übernächsten Jahr.

Anzeige

Zukäufe und Sparen

Der lange erfolgsverwöhnte Konzern, dessen Aktie allein 2012 um mehr als 50 Prozent zulegte, ist aus der Spur geraten. Der weltweit größte Kautschukhersteller gilt als viel zu abhängig von der kriselnden Pkw-Branche, die aus dem Gummi ihre Reifen, Dichtungen und Schläuche herstellt. Allein 40 Prozent des Gesamtumsatzes von zuletzt 9,1 Milliarden Euro erwirtschaftet Lanxess mit der Auto- und Reifenindustrie. Am 18. September will Heitmann nun öffentlich erklären, wie Lanxess die Krise überwinden will.

Noch ist nichts offiziell. Doch einige Eckpunkte der neuen Strategie zeichnen sich bereits ab:

  • Nach WirtschaftsWoche-Informationen aus Unternehmenskreisen plant Heitmann Zukäufe in anderen Chemiebereichen, um die Abhängigkeit vom Kautschukgeschäft zu verringern. Danach könnte sich Lanxess etwa in der Lederchemie und bei Pflanzenschutz-Vorprodukten verstärken.
  • Gleichzeitig muss Heitmann Kosten sparen. Dabei dürften auch Investitionen und Produktionskapazitäten auf den Prüfstand kommen. Für dieses Jahr hat der Chemiekonzern das Investitionsbudget bereits um bis zu 100 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro zusammengestrichen.
  • Die mehr als 8000 Mitarbeiter in Deutschland müssen möglicherweise um übertarifliche Zulagen fürchten. Lanxess bestätigt immerhin "dass es Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern gibt", ohne jedoch konkreter zu werden. Noch ist nicht absehbar, wie groß der Effekt ausfallen könnte und ob Protest droht.

Heitmann nimmt durchaus zu Recht für sich in Anspruch, dass Lanxess schon größere Krisen überstanden hat. Schon bei der Gründung 2004 glaubte kaum einer in der Branche an das neue Unternehmen, auf das der Leverkusener Bayer-Konzern seine mäßig erfolgreichen und unprofitablen Chemiegeschäfte abgeladen hatte.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%