Spielwaren-Trends 2016: Im Kinderzimmer wird aufgerüstet

Spielwaren-Trends 2016: Im Kinderzimmer wird aufgerüstet

, aktualisiert 26. Januar 2016, 14:40 Uhr
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Die Spielwarenbranche ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr.

von Joachim HoferQuelle:Handelsblatt Online

Was Weihnachten unterm Christbaum liegen wird, ist derzeit auf der Spielwarenmesse zu sehen. Hightech breitet sich rasant in Kinderzimmern aus. Doch Hersteller von traditionellem Spielzeug müssen sich nicht verstecken.

NürnbergEin 3D-Drucker zum Selberbauen? In deutschen Kinderzimmern wird das bald Wirklichkeit. Aus 600 Fischertechnik-Teilen können die Kids schon bald solch ein Hightech-Gerät zusammensetzen und anschließend Ihre Konstruktionen ausdrucken.

Das badische Familienunternehmen Fischer ist mit seinem bemerkenswerten 3D-Drucker kein Einzelfall: Die Spielwarenbranche ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr. An diesem Mittwoch beginnt in Nürnberg die Spielwarenmesse, der größte Branchentreff weltweit. Die Stimmung in den Messehallen ist ausgezeichnet, denn dank der vielen Neuheiten strömen die Kunden nur so in die Läden.

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„Das vergangene Jahr war wirklich klasse“, sagte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Bundesverbands der Spielwarenhersteller, dem Handelsblatt. Um rund sechs Prozent sind die Umsätze in den Geschäften hierzulande in die Höhe geschossen. Zum Vergleich: Die Sporthändler in Deutschland mussten sich 2015 mit einem mageren Plus von einem Prozent zufrieden geben.

Was die Marken besonders freut: Es ist nicht nur die Elektronik, die für gute Geschäfte sorgt. So sind die Erlöse des traditionsreichen schwäbischen Spieleproduzenten Ravensburger um fast ein Fünftel auf 445 Millionen Euro gewachsen. Das lag zwar größtenteils an der Übernahme von Brio, eines Holzeisenbahn-Herstellers aus Skandinavien. Doch auch aus eigener Kraft konnte die Familienfirma ein Plus von acht Prozent ausweisen. Dabei waren es gerade die altbekannten Puzzles, die in der Gunst der Konsumenten ganz oben standen.

„Eigentlich dürfte es uns gar nicht mehr geben“, ulkt auch Michael Sieber, Chef und Eigentümer von Simba-Dickie, des mit einem Umsatz 616 Millionen Euro größten deutschen Spielwarenanbieters. Seit Jahren würde den Herstellern angesichts des Smartphone-Booms der Untergang prophezeit. Schließlich verbringt der Nachwuchs immer mehr Zeit mit den mobilen Geräten. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Wir wachsen, aber viele Handyhersteller sind schon untergegangen.“ Zu seiner Gruppe gehören bekannte Marken wie Schuco, Noris, Märklin oder Big – fast alles Firmen, die von traditionellem Spielzeug leben.


„2016 wird wieder ein gutes Jahr“

In den Messehallen von Nürnberg zeigen viele Hersteller, wie sich Althergebrachtes und moderne Informationstechnik verbinden lassen. So wie das Start-up Tonies aus Düsseldorf. Die beiden Unternehmensgründer Marcus Stahl und Patric Faßbender haben die „Audio-Revolution fürs Kinderzimmer“ ausgerufen. Die Tüftler entwickelten eine bunte Box, mit der Kinder von drei bis sechs Jahren ganz einfach Hörspiele genießen können.

Die mit Stoff eingefasste, würfelförmige Mini-Stereoanlage ist kaum größer als ein Kaffeebecher. Die Kids müssen einfach eine kleine Plastikfigur oben drauf stellen, und schon können sie der dazu gehörigen Geschichte lauschen. Also: Wer die „Maus“ aufstellt, bekommt die berühmten Lach- und Sachgeschichten, doch auch die „Olchis“, das „Sams“ oder „Benjamin Blümchen“ sind verfügbar. Die Kleinen dürfen allerdings auch ihr eigenes Hörprogramm gestalten. Drahtlos ist der Apparat mit dem Internet verbunden, so können Papa und Mama von der Dienstreise aus Sprachbotschaften schicken.

Auch dank solcher Neuheiten ist Spielwarenfunktionär Brobeil sicher: „2016 wird wieder ein gutes Jahr.“ Der Jurist hat jüngst seine Mitglieder befragt und festgestellt: Die Firmen sind noch zuversichtlicher als vergangenes Jahr. Dem Herstellerverband gehören alle großen Marken an, von Lego über Mattel und Hasbro bis Playmobil, sowie viele Mittelständler.

Ganz sorgenfrei allerdings sind die Produzenten nicht. Seit Jahren streiten sie etwa mit den Autoherstellern über die Lizenzgebühren für ihre Modelle. Es laufen viele Prozesse, doch eine Einigung ist nicht in Sicht. Zudem fürchten die Marken, dass das aufstrebende Geschäft mit Spielzeugdrohen leidet, weil es womöglich bald schon schärfere Regeln für den Flugbetrieb gibt. Und auch das Thema Datenschutz steht oben auf der Agenda der Anbieter, schließlich funktionieren viele Spiele inzwischen nur noch mit Internet-Anbindung.

Wer das Kinderzimmer nun mit einem 3D-Drucker von Fischertechnik aufrüsten mag, der muss einen gut gefüllten Geldbeutel mitbringen: Das Gerät kommt im Juni für 700 Euro in die Regale der Spielwarenhändler.

Quelle:  Handelsblatt Online
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