
Damit übertraf das Traditionsunternehmen aus Herzogenaurach 2011 nicht nur die eigenen Ziele, sondern mit einem Gewinnwachstum um 14 Prozent auf 230 Millionen Euro auch die Erwartungen der Analysten. Die hatten allesamt mit einem mittleren einstelligen Wachstum gerechnet.
Den größten Schub brachte dem Konzern die Entwicklung in der Region Amerika, die sowohl Nord- wie Südamerika umfasst – ein Umsatzzuwachs von 17,7 Prozent schlug hier zu Buche. Puma konnte in allen Ländern zulegen. Besonders im vierten Quartal waren die Märkte in Lateinamerika mit einem Plus von fast 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsquartal der wesentliche Wachstumstreiber des Markenherstellers.
Bildergalerie: Puma und seine Stars
Quelle: dapdPélé, Star der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 wird im Schumodell Puma King mit Brasilien Weltmeister.
Quelle: dpa/dpawebBoris Becker gewinnt 1985 als jüngster, nicht gesetzter deutscher Tennisspieler das Wimledon-Turnier mit Puma-Schuhen und Schläger.
Quelle: dpaDiego Armando Maradona spielt seine erste Weltmeisterschaft in Puma-Schuhen und geht bei der WM 1986 mit seinem legendären Tor, das er der "Hand Gottes" zuschreibt in die Sportgeschichte ein.
Quelle: dpaLothar Matthäus, Fußballgott und unverbesserlicher Franke, wird 1990 im Modell Puma King mit der deutschen Nationalmannschaft Fußballweltmeister in Italien. Der Mannschaftskapitän wird außerdem zu „Europas Spieler des Jahres“, zum „Weltfußballer“, zum „Weltsportler“ und zum „ARD-Torschütze des Jahres“ gewählt.
Quelle: APHeike Drechsler gewinnt 1993 bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Stuttgart Gold im Weitsprung. Im Jahr 2000 wurde sie zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt.
Quelle: ReutersUsain Bolt: Der Jamaikaner ist der schnellste Mann der Welt und amtierender Welt- und Olympiarekordhalter über die 100, 200 und 4 + 100-Meter-Strecke. „Lightnin“ Bolt ist seit fast zehn Jahren einer der Vorzeige-Athleten von Puma und eine Olympiahoffnung für 2012 in London.
Quelle: dpaBei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika rüstet Puma sieben Mannschaften aus, darunter den ehemaligen Weltmeister Italien.
Quelle: dapdEin glückliches Händchen hatte Puma mit seinem Helden im Motorsport. Sebastian Vettel, mit 23 Jahren im Jahr 2010 der jüngste Weltmeister aller Zeiten wird – genauso wie andere berühmte Formel 1-Piloten wie etwa Fernando Alonso - von den Franken ausgerüstet. Vettel wird in derselben Saison als deutscher und europäischer Sportler des Jahres ausgezeichnet.
Quelle: dapdAuch wenn dem großen Puma-Konkurrenten Adidas zehn Prozent des FC Bayern München gehören – Stürmerstar Mario Gomez läuft seit Stuttgarter Zeiten in Schuhen mit dem Raubkatzen-Logo auf.
Quelle: ReutersNeben Sportlern fördert Puma seit einigen Jahren Künstler und Kreative. Einer von ihnen ist der Afroamerikaner Kehinde Wiley, der unter anderem Puma-Kicker Eto`o nach dem Vorbild Art alter Meister malte.
Pélé, Star der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 wird im Schumodell Puma King mit Brasilien Weltmeister.
Viel Potenzial in Schwellenländern
Auch wenn die Marke in seinen etablierten Märkten wie Deutschland einen zunehmend schweren Stand hat, steckt insbesondere in den Schwellenmärkten noch sehr viel Potenzial für die Marke. Hier punktet Puma beispielsweise mit seinem Engagement im Motorsport, vor allem mit der Formel 1. Insgesamt steht die Region längst für ein gutes Drittel des Puma-Geschäfts, Tendenz weiter steigend.
Um in den etablierten Märkten jedoch den immer stärker auftrumpfenden Marktführern Nike und Adidas ernsthaft Paroli bieten zu können, investiert Koch klug wieder stärker in reine Sportthemen: Ab dem Sommer stattet Puma beispielsweise den deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund aus. So will Puma wieder bei Sportlern punkten, denen der selbsternannte Sportlifestyle-Konzern die vergangenen Jahre über zu stark ins Modegeschäft abgedriftet war.
Wieder mehr Sport
Dem jungen Konzernchef ist klar, dass das ein gefährlicher Weg ist, denn als reiner Modekonzern hätte Puma einen extrem schweren Stand. Darum besinnen sich die Franken nun stärker als zuletzt unter Koch-Vorgänger und Puma-Retter Jochen Zeitz auf Wettkampf-Kleidung statt Disco-Schläppchen. Erfolge dieser Strategie werden sich erst mittelfristig einstellen. Doch eine Alternative zu diesem Kurs gibt es für Puma nicht. Und solange das Wachstum so weitergeht, können die Stärken in den Schwellenländern die Schwächen in den gesättigten ein Stück weit auffangen.
Entsprechend optimistisch gibt sich Koch, der als früherer Strategiechef maßgeblich den heutigen Kurs des Unternehmens schon früh mitgeprägt hat, denn auch. Für 2012 und 2013 rechnet er mit einem weiteren Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. An der Aussage wird er in den kommenden Jahren zu messen sein.













