Staatsbeteiligung: EADS-Einstieg ist ein Akt der Verzweiflung

KommentarStaatsbeteiligung: EADS-Einstieg ist ein Akt der Verzweiflung

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Kann sich über einen neuen, gewichtigen Teilhaber freuen: Der Vorstandvorsitzenden von EADS Thomas Enders.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Gedankenspiele über einen direkten Einstieg Deutschlands beim Luftfahrtkonzern EADS schaden nicht nur dem Unternehmen, sondern auch uns Steuerzahlern.

Die Bundesregierung will also beim Luftfahrtkonzern EADS einsteigen und damit endlich die deutschen Interessen wirkungsvoll vertreten. Das klingt auf den ersten Blick nach Tatendrang und einem überfälligen Stoppzeichen für das allgegenwärtige Bestreben Frankreichs, die Macht bei dem Wachstumsunternehmen zu übernehmen. Doch leider ist es vor allem ein Akt der Verzweiflung, um eine Herausforderung zu lösen, die Deutschland und die EADS ohne die deutsche Politik wahrscheinlich nicht hätten.

Denn das Grundproblem ist ja nicht, dass die EADS in unüberwindlichen Schwierigkeiten steckt und hierzulande massiv Jobs abbauen will. Der bisherige Sachwalter deutscher Interessen Daimler will aussteigen und sich auf das Autogeschäft konzentrieren.

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Verlassen der Verlustzone

Und das kommt auch keineswegs überraschend. Die Absicht zum Abflug verkünden die Schwaben bereits seit Jahren offen. Und sie haben den Worten Taten folgen lassen, indem sie ihren Anteil bereits deutlich heruntergefahren haben. Beim Börsengang der EADS im Jahr 2000 hielten die Autobauer noch gut 30 Prozent der Anteile. Derzeit sind es nur noch 7,5 Prozent. Doch es fand sich kein Investor, der die Anteile übernehmen will. Ob Siemens oder ThyssenKrupp, keiner will die Anteile und den Stress.

Das liegt freilich weniger an der EADS selbst. Die hat offenbar die größten Probleme gelöst und verlässt die Verlustzone. Grund ist vielmehr die Politik, die immer wieder in den Alltag hinein regiert – und damit private Investoren eher vergrault als ermutigt. Und das gilt nicht nur für die französische Seite, sondern auch für die deutsche: Im Jahr 2008 etwa machte der damalige niedersächsische Ministerpräsident  (und heutige Ex-Bundespräsident) Christian Wulff in einem Brief „mit der Bitte um Berücksichtigung“ detaillierte Vorschriften, wo die EADS was zu produzieren habe. 

In den vergangenen Wochen folgte schließlich Staatssekretär Peter Hinze mit ähnlichen Absichten. „Welcher Investor will schon mehrere Milliarden in ein Unternehmen stecken, wo die Politik dauernd über die Betriebswirtschaft siegen will“, klagt ein hochrangiger EADS-Manager. Denn bei allen Vorschlägen aus den Hauptstädten fehlte immer einer: Wie beide Staaten ihren Einfluss im Alltagsgeschäft herunter fahren und sich darauf beschränken, bei grundlegenden Fragen aktiv zu werden.

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