Stada: Bain und Cinven übernehmen Grippostad-Hersteller

Stada: Bain und Cinven übernehmen Arzneimittelkonzern

, aktualisiert 10. April 2017, 13:19 Uhr

Lange hatten konkurrierende Finanzinvestoren um den Pharmakonzern gebuhlt. Nun haben Bain und Cinven das Rennen gemacht. Ihnen hat Stada nicht nur einen hohen Angebotspreis abverlangt.

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Arzneimittelhersteller: Bain und Cinven übernehmen Stada

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben den zähen Bieterwettbewerb um den Arzneimittelhersteller Stada für sich entschieden. Das Konsortium legte beim Preis kräftig nach und setzte sich so gegen das konkurrierende Bieterbündnis aus Permira und Advent durch, wie der MDax-Konzern am Montag mitteilte. Das Angebot von Bain und Cinven sei das „attraktivste“ gewesen, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels. Der Konzern verkündete ferner weitreichende Zusagen der Kauf-Interessenten für Mitarbeiter und Standorte. Bain und Cinven legten ein offizielles Übernahmeangebot für Stada vor. Demnach bieten sie für den Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und Markenprodukten wie Grippostad 65,28 je Aktie plus eine Dividende von 0,72 Euro, sprich insgesamt 66 Euro je Anteil. Dies liegt deutlich über den jüngsten Offerten. Zuletzt sollen beide Bietergruppen je 58 Euro pro Aktie geboten haben.

Das neue Angebot bewertet Stada mit 5,3 Milliarden Euro einschließlich der Schulden von gut 1,1 Milliarden Euro. Damit hat der Konzern den Preis gemessen an den ersten Offerten zu Beginn des Ringens im Februar um 750 Millionen Euro hoch getrieben. Stada-Aktien sprangen an der Börse um über elf Prozent auf ein Rekordhoch von rund 64,30 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat von Stada unterstützten das Angebot, teilte der Konzern mit. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Oetker nannte die Offerte „das beste Gesamtpaket“.

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Der Deal ist aber noch nicht sicher. Damit die Offerte greift, müssen die Aktionäre mindestens 75 Prozent der Papiere Bain und Cinven zum Kauf anbieten. Wann die Annahmefrist dafür liegt, ist noch nicht bekannt. Stada-Chef Wiedenfels sagte in einer Telefonkonferenz, er erwarte, dass der Angebotsprozess im Sommer abgeschlossen werde. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass dritte Interessenten noch neue Angebote vorlegen. Indes ist die Offerte von Bain und Cinven in Höhe von 66 Euro je Aktie sehr ambitioniert. Analysten hatten zuletzt Preise von um die 60 Euro als angemessen bezeichnet, zumal weitere Investitionen in den Geschäftsumbau von Stada nötig sind. Dass Advent und Permira wieder einsteigen, gilt daher als unwahrscheinlich.

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Quelle: dpa

Bain und Cinven haben zudem Zusagen für Mitarbeiter, Standorte und die Unternehmensstrategie von Stada abgegeben. So bleibe die Zentrale in Bad Vilbel ebenso bestehen wie die „wesentlichen“ anderen Standorte des Konzerns, hieß es. Bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge würden fortgeführt. Zudem hätte sich das Konsortium bereit erklärt, abseits des laufenden Umbauprogramms des Unternehmens vier Jahre „weitgehend“ auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Arbeitnehmervertreter hatten im Bieterkampf Sorgen um die rund 1300 Jobs in Deutschland geäußert. Bain und Cinven erklärten, in Stada investieren zu wollen. Der Konzern solle sowohl aus eigener Kraft wachsen als auch über gezielte Zukäufe. Sie gingen aber davon aus, „dass die Umsetzung dieser Strategie Zeit und signifikanten Aufwand erfordert“.

Die beiden Finanzinvestoren investieren nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren in Firmen und haben in der Pharma-Branche mehr als 50 Transaktionen getätigt. Finanzinvestoren kaufen für gewöhnlich Unternehmen, um sie nach einigen Jahren mit Gewinn weiter zu veräußern. In der Regel bürden sie Firmen für den Kauf aufgenommene Kredite als Schulden auf und verschreiben ihnen strenge Renditevorgaben. Dafür werden sie gefürchtet. Auch bei Stada solle die Verschuldung mit dem Deal steigen, sagte Finanzvorstand Helmut Kraft. Stada-Chef Wiedenfels selbst will an Bord bleiben und das laufende Umbauprogramm umsetzen. Damit will der Konzern die Kosten drücken, den Vertrieb stärken und neue Medikamente auf internationale Märkte bringen. Umsatz und Gewinn sollen mittelfristig kräftig zulegen.

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