Stada: Investor AOC zieht zahlreiche Aktionäre auf seine Seite

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Arzneimittel von Stada.

Der aktivistische Investor Active Ownership Capital (AOC) schließt sich mit anderen Aktionären zusammen, um das Management des Pharmakonzerns Stada auf Trab zu bringen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat AOC etwa zwanzig Prozent des Stada-Aktienkapitals hinter sich vereinigt.

Der Konflikt zwischen dem Investor AOC und dem Pharmakonzern Stada („Grippostad“) eskaliert. Um seine Interessen durchzusetzen, schließt sich AOC nun mit anderen Aktionären zusammen. Laut Insidern vereint AOC damit rund zwanzig Prozent des Stada-Aktienkapitals hinter sich. Die mehr als fünf Prozent, die AOC selbst an Stada hält, sind darin bereits eingerechnet.

Der Streit schwelt schon seit Wochen: AOC ist der Meinung, dass Stada zu wenig Wert für seine Aktionäre schafft. Durch Internationalisierung und Kostensenkungen, so heißt es in Aktionärskreisen, könnte das Potenzial von Stada deutlich gesteigert werden. Außerdem missfällt vielen Eigentümern die selbstgefällige Art, mit der der langjährige Vorstandschef Hartmut Retzlaff das Unternehmen führte – angeblich im Stil eines Sonnenkönigs. Der Aufsichtsrat war Retzlaff, so heißt es, treu ergeben.

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AOC hat nun einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um Verbündete zu finden. Der aktivistische Investor startete einen Aufruf im Aktionärsforum des Bundesanzeigers. Gemeinsam wollen die aufgebrachten Aktionäre über den Aufsichtsrat Druck auf Stada ausüben. Die renommierte Personalberatung Spencer Stuart sucht im Auftrag dieser Investorengruppe nach geeigneten Kandidaten für den Stada-Aufsichtsrat, die der Hauptversammlung am 26. August zur Wahl vorgeschlagen werden sollen.  „Wir sorgen für einen unabhängig, objektiv und diskret geführten Auswahlprozess geeigneter Kandidaten für den Stada-Aufsichtsrat. Spencer Stuart steht dabei für Qualität und Professionalität“, heißt es dazu vonseiten der Personalberatung.

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Schriftzug von Stada. Quelle: dpa

Voraussichtlich am 11. Juli will AOC eine Liste geeigneter Kandidaten präsentieren.

Gleichzeitig sucht jedoch auch Stada selbst, angeblich unterstützt von der Personalberatung Egon Zehnder, nach Kandidaten für den Aufsichtsrat – nachdem AOC bereits im Mai auf eine Erneuerung des Kontrollgremiums gedrängt hatte. Damals hatten sich AOC und Stada geeinigt, eine bestimmte Zahl von Mitgliedern des Kontrollgremiums auszutauschen. Dann entschloss sich Stada jedoch, selbst neue Kandidaten zu suchen und dafür die Hauptversammlung auf den 26. August zu verschieben.

Für AOC-Partner Florian Schuhbauer ist dies ein klarer Vertrauensbruch; aus seiner Abneigung gegenüber dem Stada-Management macht er gegenüber der WirtschaftsWoche keinen Hehl: „Stada hat eine schriftliche Vereinbarung gebrochen, die von Aufsichtsratschef Martin Abend verhandelt und vom damaligen Vorstandschef Hartmut Retzlaff unterschrieben wurde.“ Stada möchte diesen Vorwurf – genauso wie den neuerlichen Vorstoß von AOC – nicht kommentieren.

Retzlaff hat sich inzwischen krank gemeldet; die Geschäfte führt nun der neue Vorstandschef Matthias Wiedenfels. Doch auch an der neuen Besetzung lässt Schuhbauer kein gutes Haar: „Dem amtierenden Stada-Vorstand fehlt die industriespezifische Qualifikation, um die nötigen Veränderungen durchzuführen.“

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der gefürchtete US-Firmenjäger Guy Wysser-Pratte Aktien an Stada erworben hat. Laut AOC-Partner Schuhbauer gibt es aber keinen Kontakt: „Mit Wysser-Pratte haben wir bislang nicht gesprochen.“

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