Stahl-Tarifrunde: IG Metall droht mit Streiks

Stahl-Tarifrunde: IG Metall droht mit Streiks

, aktualisiert 21. November 2011, 18:03 Uhr
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Ein Stahlarbeiter mit seiner IG-Metall-Trillerpfeife.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Stahlindustrie lässt die IG Metall die Muskeln spielen und droht mit unbefristeten Streiks. Die Gewerkschaft wolle einen raschen Abschluss, sei aber skeptisch, ob das gelingen werde.

Düsseldorf„Wenn es heute kein Ergebnis gibt, sind wir auch für unbefristete Streiks vorbereitet“, sagte der Verhandlungsleiter der Gewerkschaft, Oliver Burkhard, vor Beginn der dritten Gesprächrunde mit den Arbeitgebern in Düsseldorf. Sein Gegenspieler auf Seiten der Arbeitgeber, Helmut Koch, sagte, er erwarte „intensive Verhandlungen“. Er hoffe, dass die Arbeitgeber noch am Abend ein erstes Angebot vorlegen könnten. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich eine Gesamtlösung abzeichne.

Die Gewerkschaft wolle für die rund 75.000 Beschäftigten von Stahlkonzernen wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder ArcelorMittal sieben Prozent mehr Lohn, eine unbefristete Übernahme von Auszubildenden und eine Ausweitung der Altersteilzeit - sowie eine „zügige Lösung“, unterstrich Burkhard. Ein „weiteres Zeitspiel“ der Arbeitgeber werde die Gewerkschaft nicht hinnehmen. Sie hat bereits mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöht, vor dem Verhandlungsort, einem Düsseldorfer Hotel, demonstrierten am Nachmittag Hunderte von Stahlkochern. Burkhard ließ aber noch offen, wann genau es zu einer Urabstimmung kommen könnte.

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Vor allem die Forderung nach einer Übernahme aller Auszubildender bereite den Arbeitgebern Bauchschmerzen, signalisierte dagegen Koch. Viele Betriebe bildeten weit über Bedarf aus - sie könnten nicht dazu gezwungen werden, alle fest einzustellen. Auch eine Ausweitung der Altersteilzeit koste Geld. Es sei offen, wie viel Spielraum es dann im Bereich Lohn noch gebe. Die Arbeitgeber hatten in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass die Konjunkturaussichten der Schwerindustrie alles andere als rosig seien. Weltmarktführer ArcelorMittal hatte jüngst vor drohenden Einbußen gewarnt. Der Konzern hat wie ThyssenKrupp und Salzgitter seine Produktion bereits gekürzt - allerdings auch, um die Preise zu stützen. Eine übereinstimmende Einschätzung zur weiteren konjunkturellen Entwicklung gibt es in der Branche nicht. So hatte sich etwa Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann in einem Reuters-Interview zuversichtlich gezeigt. Das Geschäft laufe zurzeit „besser, als manche glauben mögen“, hatte er gesagt.

Auch NRW-IG-Metall-Chef Burkhard hatte Befürchtungen zurückgewiesen, es könne in der Stahlbranche zu einer Krise wie 2008 kommen: „Die Lage ist besser als die Stimmung.“ Anders als 2008 seien die Lager der Kunden relativ leer. Die Geschäfte wichtiger Kunden wie der Maschinenbauer, der Autoindustrie oder der Unternehmen in der Metallverarbeitung liefen weiter rund. Die IG Metall lasse sich nicht verrückt machen. „Wir können nicht das Chaos der Griechen oder der Börsen in unsere Tarifverhandlungen einpreisen“, sagte der Gewerkschafter.

Die Arbeitgeber vertreten rund 60 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Bremen. Der bisherige Tarifvertrag war Ende Oktober ausgelaufen. Der Abschluss hatte eine Laufzeit von 14 Monaten und sah im Kern 3,6 Prozent mehr Lohn vor.

Quelle:  Handelsblatt Online
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