Stahlhändler Klöckner: Trotz Rekordverlust gewinnt die Klöckner-Aktie

KommentarStahlhändler Klöckner: Trotz Rekordverlust gewinnt die Klöckner-Aktie

von Florian Zerfaß

Der Stahlhändler rutscht wieder in die Verlustzone und weist einen Rekordverlust aus. Vorstandschef Gisbert Rühl muss langsam mal mit positiven Zahlen belegen, dass seine Digitalisierungs-Strategie die richtige ist.


Gisbert Rühl verpackte die negativen Zahlen in wohlklingende Perspektiven. „Die bereits erzielten Fortschritte und die positive Resonanz von Lieferanten, Kunden und Wettbewerbern zeigen uns, dass wir mit der Digitalisierung auf dem richtigen Weg sind“, sagte der Vorstandschef des Duisburger Stahlhändlers Klöckner SE bei der Vorlage der Jahreszahlen.

In den Zahlen selbst lässt sich allerdings von Fortschritten nichts erkennen – sie zeigen vielmehr einen herben Rückschlag. 349 Millionen Euro Verlust hat Klöckner im Jahr 2015 bei 6,44 Milliarden Euro Umsatz gemacht, im Jahr davor hatte es noch einen kleinen Gewinn von 22 Millionen Euro gegeben.

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Schlechtestes Ergebnis seit Börsengang

Es ist das schlechteste Ergebnis seit dem Börsengang 2006. Nach dem kurzen Ausreißer in den schwarzen Bereich 2014 rutscht Klöckner zudem zurück in die Verlustzone. Schon 2013 (– 90 Millionen Euro) und 2012 (– 203 Millionen) hatte Klöckner rote Zahlen geschrieben.

Stahlhändler Klöckner & Co will 2016 aus der Krise

Der heftige Verfall der Stahlpreise hat Klöckner & Co im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerissen. In diesem Jahr will der Stahlhandelskonzern nun wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

ARCHIV - «Silberpalais» steht auf einer Säule vor der Klöckner-Hauptverwaltung in Duisburg (Archivfoto vom 08.03.2007). Die trübere Wirtschaftslage in Europa hat den Stahlhandelskonzern Klöckner & Co tiefer in die roten Zahlen gerissen. Foto: Franz-Peter Tschauner dpa/lnw (zu dpa «Klöckner & Co rutscht tiefer in rote Zahlen - Sparkurs verschärft» vom 08.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die Restrukturierung bei Klöckner kommt also nicht nachhaltig voran, die Digitalisierungspläne zünden noch nicht richtig. Wolkige Zukunftspläne können die triste Gegenwart nicht blickdicht umhüllen. Die lautet unübersehbar: Verlust von 3,48 Euro je Aktie nach 0,22 Euro Gewinn im Vorjahr.

Auch wenn Klöckner wie die gesamte Stahlbranche unter massiven Überkapazitäten insbesondere aus China leidet, auch wenn die Digitalisierung eine notwendige Neuaufstellung ist und es Zeit braucht, bis Innovationen fruchten: Vorstandschef Gisbert Rühl muss langsam mit positiven Zahlen untermauern, dass seine Strategie die richtige ist.

Aktionäre glauben an Besserung der Lage

Positiv erscheint derzeit einzig, dass Klöckner monetär die Kraft hat, den Dämpfer wegzustecken. Trotz negativen Jahresergebnisses insbesondere wegen der Abschreibungen hat Klöckner einen positiven freien Mittelzufluss (Free Cashflow) von 191 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Verschuldung senkte Klöckner um gut 18 Prozent von 472 auf 385 Millionen Euro, und auch die Eigenkapitalausstattung ist mit einer Eigenkapitalquote von 39 Prozent weiterhin gut.

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Für das laufende Geschäftsjahr 2016 rechnet Klöckner „wieder mit einem leicht positiven Konzernergebnis“. Die Aktionäre glauben an Besserung: Nach der Veröffentlichung der Zahlen für 2015 machte die Aktie einen Satz von 7,83 auf 8,29 Euro, ein Plus von 5,6 Prozent und der größte Vormittagsgewinn im Nebenwerteindex MDax. Gegen Mittag lag die Aktie bei rund 8,16 Euro und somit noch gut vier Prozent im Plus.

Die schlechten Jahreszahlen dürften schon eingepreist gewesen sein. Nachdem Klöckner im November negative Neunmonatszahlen vorgelegt und im Dezember die Wertberichtigungen auf das US-Geschäft angekündigt hatte, kamen sie alles andere als überraschend. Für eine dauerhaft positive Tendenz allerdings muss Vorstandschef Rühl zeigen, dass er seine Digitalisierungspläne auch in entsprechende Resultate ummünzen kann.

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