Stahlhersteller: „Ein Absturz wie 2008 ist unwahrscheinlich“

Stahlhersteller: „Ein Absturz wie 2008 ist unwahrscheinlich“

, aktualisiert 12. Oktober 2011, 13:48 Uhr
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Ein Mitarbeiter von Thyssen-Krupp im Duisburger Stahlwerk.

Quelle:Handelsblatt Online

Die allgemeine Verunsicherung wegen der wirtschaftlichen Lage hat die Stahlhersteller erreicht – das spiegeln die aktuellen Produktionszahlen wider. Eine Rezession erwarten die Verbände jedoch nicht. Anleger atmen auf.

ParisWegen der konjunkturellen Verunsicherung bemühten sich die Stahlkunden, ihre Lager auf ein niedriges Niveau herunterzufahren, sagte der Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff heute am Rande der Weltstahlkonferenz in Paris. „Eine Rezession, geschweige denn ein ähnlicher Absturz wie im Herbst 2008, ist unwahrscheinlich“, beruhigte er. „Eine fundamentale Trendumkehr der bislang guten Entwicklung auf dem deutschen und den internationalen Stahlmärkten erwarten wir nicht.“ 

Der Weltstahlverband rechnet für 2011 allerdings nur noch mit einem weltweiten Anstieg der Stahlproduktion um 6,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Tonnen. 2010 war noch 15,1 Prozent mehr Stahl im Vergleich zum Vorjahr hergestellt worden. Für 2012 erwartet der Verband eine weitere Abschwächung auf ein Wachstum von 5,4 Prozent.  

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Auch der Chef der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, bekräftigte trotz der verhaltenen Bestellungen seine bisherige Prognose, wonach in diesem Jahr in Deutschland 45,5 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt werden sollen. Das sind 1,7 Millionen Tonnen mehr als 2010. Es gebe aber ein Abwärtsrisiko sagte Kerkhoff. 

Die Aktien der großen Stahlhersteller wie Thyssen-Krupp hatten zu Beginn des Handels zunächst an Wert verloren, nach den positiven Einschätzungen der Wirtschaftsvereinigung Stahl und des Weltstahlverbandes legten sie aber wieder zu. 


Stahlhersteller drosseln Produktion

Im September produzierten die Hütten 3,65 Millionen Tonnen Rohstahl, wie die  Wirtschaftsvereinigung Stahl mitteilte. Die eigentlich für diesen Monat übliche Steigerung blieb demnach aus.

Die deutschen Brachenführer haben bereits auf die gesunkene Nachfrage reagiert und ihre Produktion reduziert. Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal legte mehrere Hochöfen still. Auch Thyssen-Krupp hatte Ende September angekündigt, seinen Stahlausstoß im Schlussquartal um bis zu eine halbe Million Tonnen zu senken – das entspricht mehr als zehn Prozent der Gesamtkapazität. 

Skeptischer als die Verbände hatte sich zuvor der Chef des österreichischen Stahlherstellers Voestalpine Wolfgang Eder gegenüber der Financial Times Deutschland geäußert. Für die kommenden zwei Jahre erwarte er wegen der zunehmenden Unsicherheit in der EU eine stagnierende Stahlproduktion. Der Worst-Case-Plan in seinem  Unternehmen Voestalpine gehe von einer Auslastung von nur noch 60 Prozent aus.

„Steigende Preise sind fürs Erste nicht zu erwarten“, sagte der Manager des fünfgrößten Stahlherstellers Europas. „Die Verunsicherung der Konsumenten durch die Schuldenkrise beginnt die Realwirtschaft zu beeinträchtigen“, sagte der Manager des fünfgrößten Stahlherstellers Europas. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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