Stahlkonzern: ArcelorMittal hofft auf Ende der Durststrecke

Stahlkonzern: ArcelorMittal hofft auf Ende der Durststrecke

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Ein ArcelorMittal-Mitarbeiter schaufelt in Galati (Rumänien) Silica ins Feuer.

Für ThyssenKrupp-Konkurrent ArcelorMittal war 2013 ein weiteres schwieriges Jahr. Wieder stand ein Milliardenverlust unterm Strich - allerdings geringer als im Vorjahr. Der Konzern gibt sich vorsichtig optimistisch.

Beim weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal wächst trotz eines neuerlichen Verlustes die Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Talfahrt. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem wachsenden operativen Gewinn (Ebitda), wie es am Freitag in Luxemburg mitteilte. Dank der Konjunkturerholung in Europa rechne man mit einer weltweit anziehenden Nachfrage nach Eisen und Stahl. Insgesamt steige der Verbrauch 2014 um 3,5 bis vier Prozent und damit etwas stärker als im vergangenen Jahr, erwartet das Unternehmen. 2013 machten ArcelorMittal noch die schwache Nachfrage vor allem in Europa und der hohe Preisdruck zu schaffen.

Das Ebitda ging deshalb 2013 um mehr als zehn Prozent auf 6,9 Milliarden US-Dollar (5,08 Milliarden Euro) zurück. Allerdings lag der operative Gewinn im Schlussquartal mit 1,9 Milliarden Dollar schon fast 23 Prozent über dem von Ende 2012. Damit übertraf ArcelorMittal die Erwartungen von Analysten. In diesem Jahr soll das Ebitda nun um 16 Prozent auf rund acht Milliarden Dollar steigen.

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„Wir sind vorsichtig optimistisch“, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal, der seinen Mittal-Konzern im Jahr 2006 mit dem französischen Stahlkonzern Arcelor fusionierte. Das stärkste Wachstum erwartet der Konzern in China und den USA, auch wenn dort der Jahresauftakt vom Wintereinbruch in Nordamerika belastet war.

Unter dem Strich stand auch 2013 noch ein Verlust von 2,5 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor belief sich der Konzernverlust auf 3,4 Milliarden Dollar, was auch an hohen Abschreibungen auf das europäische Stahlgeschäft lag.

ArcelorMittal hat sich bislang nicht von den Folgen des Wirtschaftseinbruchs nach der Finanzkrise erholt. Die gesamte Stahlbranche hinkt besonders in Europa und den USA dem vorangegangenen Boom hinterher. Der Markt ist seitdem von hohen Überkapazitäten geprägt, die auf die Preise drücken.

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ArcelorMittal hatte im Herbst dem angeschlagenen ThyssenKrupp-Konzern mit dem Werk in den USA einen seiner beiden Problemstandorte in Übersee abgekauft. ThyssenKrupp leidet unter hohen Schulden und steckt tief in den roten Zahlen. Der Konzern legt seine Geschäftszahlen in der kommenden Woche vor. Im Gegensatz zu ThyssenKrupp ist ArcelorMittal kein gemischtes Technologieunternehmen, sondern ein reiner Stahlkocher und mit Abstand führender Stahl-Hersteller. Der Konzern gilt als Gradmesser für den Zustand des verarbeitenden Gewerbes weltweit.

Der positive Ausblick von ArcelorMittal hat europäische Stahlwerte am Freitag angeschoben. Arcelor-Aktien gewannen 3,5 Prozent, der europäische Branchenindex legte um 1,8 Prozent zu. Die Papiere von ThyssenKrupp stiegen um bis zu 2,8 Prozent auf 19,30 Euro, die Titel von Kloeckner + Co lagen im MDax mehr als zwei Prozent im Plus bei 10,89 Euro. Salzgitter gewannen 1,5 Prozent. Erst vor wenigen Tagen war ThyssenKrupp an der Börse unter Druck geraten, nachdem die Schweizer Großbank eine Studie zum europäischen Stahlmarkt herausgegeben hatte. Demnach sei die Realität am europäischen Stahlmarkt trotz hoher Erwartungen trist. Die Exporte gingen zurück und der Druck aus China dürfte weiter steigen, hatte es in dem Papier geheißen.

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