Stahlkonzern: Lakshmi Mittal spielt auf der ganzen Stahlklaviatur

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Stahlkonzern: Lakshmi Mittal spielt auf der ganzen Stahlklaviatur

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Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal, Lakshmi Mittal.

von Andreas Wildhagen

Der luxemburgische Stahlkonzern schreibt im dritten Quartal über 700 Millionen Dollar Verlust und befürchtet einen weltweiten Abschwung der Branche.

Er beherrscht den größten Stahlkonzern der Welt, Lakshmi Mittal, der seinen Mittal-Konzern 2006 mit dem französischen Stahlriesen Arcelor in einem nicht ganz freundlichen Übernahmekampf fusionierte. ArcelorMittal ist im Gegensatz zu ThyssenKrupp kein gemischtes Technologieunternehmen, sondern ein reiner Stahlkocher, der – anders als ThyssenKrupp – Stahl in jeder Form herstellt: Flachstahl für die Autoindustrie, Langstahl für das Baugewerbe und Draht für den universellen Bedarf quer durch alle Branchen hindurch. In Duisburg betreibt Mittal einen Drahtfabrik, die vor über einem Jahrzehnt von Thyssen längst aufgegeben wurde. ThyssenKrupp stellt nur Flachstahl her, von Edelstahl hat sich das Revierunternehmen zu Anfang des Jahres getrennt.

Stahlpreise geben massiv nach

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Auf der gesamten Stahlklaviatur, auf der Mittal spielt, ist zur Zeit nicht viel zu holen. Nach einem halben Jahrzehnt der Milliardengewinne, mit denen die Fusion zu einem der größten Erfolge der europäischen Industriegeschichte wurde, wird nun auch der Stahltycoon von der sich abdämpfenden Weltstahlkonjunktur getroffen. Der Grund: Der Schwächeanfall in der chinesischen Wirtschaft und die Probleme der europäischen Staatsschulden treffen die Stahlmärkte auf ganzer Breitseite.

In China und in der EU verdüstert sich die Großwetterlage für den Stahl: die Auftragseingänge brechen ein, die Stahlpreise geben nach, bis zu 20 Prozent. Bei ArcelorMittals deutschem Rivalen ThyssenKrupp hat Kurzarbeit Einzug gehalten. Es liegt gar nicht so sehr an den Mengen, die von den Rohstahlerzeugern nun weniger verkauft werden. Ein Minus von sechs bis acht Prozent gehört zum zyklischen Gewerbe der Stahlkocher und stellt kein Dauermisere dar. Viel schwerer wiegen die Rohstoffe wie Erz, die erheblich teurer geworden sind.

Folge: Die Stahlunternehmen, nicht nur ArcelorMittal und ThyssenKrupp schaffen es nicht mehr, die erhöhten Rohstoffkosten kurzfristig an den Endkunden weiterzugeben, ein früher beliebtes, weil risikoloses und wenig einfallreiches Spiel. Die Lieferverträge der Rohstoffgiganten werden immer kürzer. So können sich die Stahlunternehmen nicht mehr wie früher auf ihren respekterheischenden Großkapazitäten ausruhen, sondern müssen das tun, zu dem ihre Kunden auch gezwungen sind: eine Spar-, Effizienz- und Sanierungsphase in den eigenen Werken einzuleiten. ArcelorMittal hat schon die ersten Schritte eingeleitet und angekündigt, das französische Werk Florange (Lothringen) mit seiner Rohstahlerzeugung ganz zu schließen.

Ob ArcelorMittal nun die beiden Stahlwerke von ThyssenKrupp in Brasilien und den USA (Alabama) kauft? Die Rechnung von ThyssenKrupp ist mit seinen nagelneuen Werken in Übersee unter Mißachtung von einfachsten Managementregeln nicht aufgegangen. Die Werke sollen verkauft werden und der Essener Konzern verhandelt mit Anbietern. Darunter soll auch ArcelorMittal sein. Lakshmi Mittal kauft nämlich immer dann zu Schnäppchenpreisen, wenn andere in gewisser Verzweiflung kein Geschäftsmodell mehr sehen. Dann schlägt Lakshmi Mittal zu, um bei der nächsten Stahlhausse mit Milliardengewinnen dabei zu sein. Die er auch benötigt, wenn mal wieder eine Talfahrt beginnt, so wie jetzt.

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