Stahlmarkt erholt sich: ThyssenKrupp schreibt wieder schwarze Zahlen

Stahlmarkt erholt sich: ThyssenKrupp schreibt wieder schwarze Zahlen

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Das Stahlgeschäft von ThyssenKrupp läuft wieder, sowohl in Europa als auch Amerika fährt der Konzern Gewinn ein.

von Sebastian Schaal

ThyssenKrupp scheint die größte Krise der Unternehmensgeschichte hinter sich zu lassen. Sogar die Sorgenkinder liefern wieder Gewinne ab.

„Unter dem Strich erwartet ThyssenKrupp erstmals seit drei Jahren wieder ein ausgeglichenes bis leicht positives Nettoergebnis“, verkündete Vorstandschef Heinrich Hiesinger am Donnerstag die gute Nachricht. Nach der größten Krise der Unternehmensgeschichte befindet sich der deutsche Traditionskonzern wieder auf Gewinnkurs.

Im dritten Quartal des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres 2013/2014 konnte ThyssenKrupp seinen operativen Gewinn auf 398 Millionen Euro beinahe verdreifachen. Wegen der Verluste zu Anfang des Geschäftsjahres bleibt nach neun Monaten ein Gewinn von 243 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von gut einer halben Milliarde Euro in den Büchern. Nach Börseneröffnung lag die ThyssenKrupp-Aktie mit einem Plus von rund 1,40 Prozent zwischenzeitlich an der Spitze des Dax.

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Als Grund für die positive Geschäftsentwicklung nannte Hiesinger unter anderem die deutlichen Verbesserungen beim großen Sorgenkind des Konzerns, dem amerikanischen Stahlgeschäft. Nach hohen Verlusten und Milliarden-Abschreibungen warf das Stahlwerk in Brasilien erstmals einen operativen Gewinn ab, auch wenn dieser mit 16 Millionen Euro relativ gering ausfällt. Das ebenfalls defizitäre Walzwerk in den USA hat der Konzern inzwischen verkauft.

„Wir steigern unser Ergebnis kontinuierlich seit sieben Quartalen aus eigener Kraft“, sagte Hiesinger bei der Präsentation der Quartalszahlen. Gute Nachrichten gab es auch von der europäischen Stahlsparte: Hier stieg das Ergebnis von 62 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 103 Millionen Euro.

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Quelle: AP/dpa

Im vierten Quartal von Anfang Juli bis Ende September wird ThyssenKrupp Steel Europe dieses Ergebnis aber kaum halten können, denn Europas größter Hochofen im Duisburger Norden steht beinahe das ganze Quartal still. Bis die 20 Jahre alte Anlange Mitte September wieder befeuert werden soll, werden über 1000 Arbeiter den Hochofen modernisieren. Insgesamt investiert ThyssenKrupp rund 290 Millionen Euro in das deutsche Stahlgeschäft.

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Der Stillstand in Düsseldorf hat sich im Juli auch gleich auf die deutsche Stahlproduktion ausgewirkt, die Erholung schwächte sich leicht ab. Sie nahm verglichen mit dem Juli 2013 nur noch um 1,5 Prozent auf 3,45 Millionen Tonnen zu, während über die ersten sieben Monate verteilt im Schnitt noch ein Zuwachs von 3,9 Prozent stand. Insgesamt bleiben aber in der Branche die Sorgen vor neuen Konjunkturrisiken groß.

Hiesingers Konzernumbau macht ThyssenKrupp unabhängiger von dem volatilen Stahlgeschäft, das nur inzwischen weniger als 30 Prozent des Umsatzes ausmacht. Der Vorstandsvorsitzende hat ThyssenKrupp stärker auf das Technologiegeschäft mit Anlagen, Aufzügen oder Autoteilen ausgerichtet. Im Zuge des eingeleiteten Umbaus fallen auch tausende Stellen weg.

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