Start des Ampera: Warum Elektroautos zum Flop werden könnten

Start des Ampera: Warum Elektroautos zum Flop werden könnten

, aktualisiert 02. November 2011, 16:11 Uhr
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Der Opel Ampera unter Strom: Wird das Modell an fehlenden Ladestationen scheitern?

von Dana HeideQuelle:Handelsblatt Online

Ab heute wird Opels Ampera verkauft – das erste Elektroauto in Großserie Mehr als eine Million solcher strombetriebenen Renner soll es bald geben. Doch die Pläne drohen zu scheitern.

DüsseldorfBis 2020 sollen eine Million Elektroautos durch Deutschland rollen – derzeit sind es gerade einmal 2.307. Ein Grund für den bisher mäßigen Erfolg dürfte sein, dass viele Autofahrer nicht genug Ladestationen in ihrer Nähe haben. Dahinter steckt ein schwer zu lösendes Problem: Für die Betreiber sind die Stationen nicht rentabel.

Mit den Ladestationen und den Elektro-Autos verhält es sich ein bisschen so wie mit der Henne und dem Ei – was sollte zuerst da sein? Wer einen Blick auf die in Deutschland betriebenen Ladestationen wirft, erkennt große Lücken: Im Osten Deutschlands etwa müssen Fahrer von E-Autos lange nach einer Tankstelle für ihren Wagen suchen, auch im Saarland gibt es riesigen Bedarf. Nordrhein-Westfalen und Bayern sind da schon üppiger besetzt

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Von Ausnahmen abgesehen sind Ladepunkte in Deutschland derzeit noch eine Rarität. "Absolut gesehen, gibt es bisher sehr wenige öffentliche Ladestationen" sagt Florian Klausmann, Mitarbeiter des Bereichs Mobility Innovation vom Fraunhofer Institut IAO. Die meisten Besitzer von elektrischen Fahrzeugen nutzen ihre private Steckdose zuhause.

Gerade einmal 2210 öffentliche Ladestationen sind derzeit für Deutschland im Verzeichnis von lemnet.org eingetragen, dem größten deutschen Online-Verzeichnis für Elektro-Tankstellen. Das ist gemessen an der Anzahl der zugelassenen E-Autos in Deutschland zwar durchaus vertretbar.

Nur 2307 von ihnen werden laut Kraftfahrtbundesamt derzeit von ihren Besitzern über die deutschen Straßen gelenkt. Aber: "ein Laternenparker in der Stadt ohne eigene Steckdose in der Garage wird sich eher kein E-Auto kaufen, weil er derzeit nicht viele Möglichkeiten zum Aufladen hat“, sagt Fraunhofer-Experte Klausmann.


Gibt es ein Geschäftsmodell?

Das Problem ist, dass es ein wirklich griffiges Geschäftsmodell, das die Ladestationen für ihre Betreiber rentabel macht, derzeit noch nicht gibt. Der Energieversorger Eon etwa betreibt derzeit 50 bis 100 Ladestationen in Deutschland. „Wir sehen da aber nicht die Chance, dass sich die rentieren“, sagt Eon-Sprecher Stefan Pursche.

Und auch Fraunhofer-Experte Klausmann ist skeptisch: "Der Aufbau und Betrieb öffentlicher Ladestationen kann durch den reinen Stromverkauf alleine nicht sinnvoll refinanziert werden."

Eon-Sprecher Pursche macht eine einfache Rechnung auf: Eine Ladesäule koste rund 5000 Euro, der Aufbau je nach Standort noch mal die gleich Summe. Selbst wenn ein Auto zweimal am Tag aufgeladen werde, koste der entsprechende Strom jedoch nur etwa fünf Euro.

Bei Eon etwa sieht man die Ladestationen eher als Gelegenheit für Dienstleistungsunternehmen, ihren Kunden eine Zusatzleistung anzubieten. Auch der Automobilclub ADAC teilt diese Einschätzung. Unternehmenssprecher Christian Buric sieht beispielsweise Chancen für Parkplatzbetreiber und Supermärkte. „Inzwischen bieten sogar manche Imbissbuden Stromtankstellen an“, sagt er. „Es werden völlig neue Geschäftsmodelle entstehen.“

Denkbar ist auch, dass Unternehmen Ladestationen für ihre Mitarbeiter anbieten. Während sie arbeiten, lädt sich die Batterie für den Heimweg auf. Bei Eon gebe es dazu bereits Gespräche, sagt Unternehmenssprecher Pursche. "Das ist sicher ein Markt". In der Zentrale des ADAC geht man bereits mit gutem Beispiel voran und bietet seinen Mitarbeitern diesen Service.

Mit normalem Strom dauert es schließlich bis zu acht Stunden, bis die Batterie voll geladen ist. Allerdings kann man sein E-Auto auch mal nur für ein oder zwei Stunden an die Steckdose anschließen, eben beim Einkaufen im Supermarkt. Dann reicht die Ladung zumindest für den Weg nach Hause.

An Schnellladesäulen ist die Batterie schon nach einer halben Stunden wieder komplett unter Strom. Der ADAC warnt jedoch davor, dass das zu Lasten der Lebensdauer des Akkus gehen könnte. Vorsichtige sollten daher immer versuchen ihr Auto für die komplette Ladezeit anzuschließen, rät er.

Genaue Erkenntnisse, ob auch die kurze Ladezeit am Supermarkt der Batterie schadet, gibt es jedoch nicht. Dort besteht noch Forschungsbedarf. "Die Hersteller sind in der Pflicht, dem Verbraucher zu sagen, wie lange die Batterie je nach Ladeverhalten hält", fordert ADAC-Sprecher Buric.

Quelle:  Handelsblatt Online
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