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Stellenabbau bei ThyssenKrupp: Hiesinger kehrt mit eiserner Hand

08. Februar 2013, aktualisiert 08. Februar 2013, 13:02 Uhr
Thyssen-Krupp Stahlwerk in Duisburg: Beginnt der Ausstieg aus dem Stahlgeschäft? Quelle: dpaBild vergrößern
Thyssen-Krupp Stahlwerk in Duisburg: Beginnt der Ausstieg aus dem Stahlgeschäft? Quelle: dpa
von Sebastian Ertinger Quelle: Handelsblatt Online

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger macht ernst: Aus dem Stahlkocher soll ein moderner Industriekonzern werden. Das kostet erstmal 2000 Arbeitsplätze im Stammgeschäft - und bringt die IG-Metall auf die Barrikaden.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat eine Vision: Er will den angeschlagenen Essener Stahlriesen in einen breit aufgestellten Industriekonzern umbauen. Anlagenbau, U-Boote und Aufzüge statt Stahlträger, Schienen und Rohre. Nun wagt Hiesinger den ersten Schritt: Im Stammgeschäft Steel Europe streicht der Vorstandschef 2000 Stellen – mindestens.

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Denn Hiesinger erwägt außerdem, einige Teilbereiche ganz loszuschlagen. Durch die möglichen Verkäufe könne sich die Mitarbeiterzahl um weitere 1.800 reduzieren, teilte der Konzern mit. Thyssen-Krupp will damit rund 500 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2014/2015 einsparen. Die Summe ist Teil des Sparziels von rund zwei Milliarden Euro, das Hiesinger vergangenes Jahr verkündet hatte.

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Insgesamt arbeiten derzeit etwa 27.600 Beschäftigten bei Steel Europe. Von dem Abbau betroffen sei auch die Verwaltung der Sparte in der Duisburger Zentrale. Der europäische Stahlbereich decke die Kapitalkosten nicht mehr, begründet der Konzern die Pläne. Die Sparte hatte im Geschäftsjahr 2011/12 einen operativen Gewinn (Ebit) von 188 Millionen Euro eingefahren - nach 1,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Betroffen seien Bereiche zur Stahlveredelung in Duisburg, Dortmund, Neuwied sowie in Spanien. Am Betrieb von zentralen Anlagen zur Stahlproduktion wie etwa den Hochöfen wolle Thyssen-Krupp jedoch unverändert festhalten. Weltweit Beschäftigte Thyssen-Krupp zum Ende des Geschäftsjahres 2011/2012 rund 170.000 Menschen.

Die Maßnahmen stünden noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der zuständigen Gremien sowie von Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. In der Unternehmensmitteilung hieß es, dass die 2000 Stellen „sozialverträglich“ abgebaut werden sollen.

Doch die Gewerkschaften haben bereits Widerstand angekündigt: Die IG Metall will einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler fordert: „Niemand bei Thyssen-Krupp darf arbeitslos werden.“ Die Rechnung für vergangenes Missmanagement dürfe nicht den Beschäftigten ausgestellt werden.

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