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Streit mit Octavian: Hitzige Hauptversammlung bei Balda

Quelle: Handelsblatt Online

Großer Showdown bei Balda: Heute treffen sich die Aktionäre zu einer hitzigen Hauptversammlung des Medizintechnikproduzenten. Mächtig Ärger macht Großaktionär Octavian. Ein Paradebeispiel für heutige Aktionärspolitik.

Produktion bei Balda. Quelle: Balda AG
Produktion bei Balda. Quelle: Balda AG

DüsseldorfDie Hauptversammlung der Balda AG wird offenbar zu einer Marathonveranstaltung. Der Finanzinvestor Octavian stellte in einer ersten Wortmeldung mehr als 100 Fragen an den Aufsichtsrat und griff sowohl der Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Naschke als auch den chinesischen Großaktionär Michael Chiang scharf an: „Herr Naschke, warum machen Sie sich zum Sprachrohr von Herrn Chiang? Warum lassen Sie Entscheidungen zu, die Balda und allen anderen Aktionären außer Herrn Chiang schaden?“

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Octavian hält 8,3 Prozent an Balda und will auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung den kompletten Aufsichtsrat abwählen lassen. Der Finanzinvestor wirft dem Kontrollgremium Parteilichkeit und schwere Fehler vor – vor allem im Umgang mit dem Aktienpaket, das Balda an dem taiwanesischen Partnerunternehmen TPK hält.

Der damalige Vorstandsvorsitzende von Balda, Rainer Mohr, kündigte auf der vergangenen Hauptversammlung im Mai 2011 den Verkauf der TPK-Aktien an. Mehrere Beschlussvorlagen hierzu wurden  danach jedoch von Aufsichtsrat abgelehnt. Der Wert des Aktienpakets ist seitdem um rund 350 Millionen Euro gefallen.

Die Beantwortung der vielen Fragen von Octavian könnte den gesamten Nachmittag füllen. Bisher konnten sich die Parteien noch nicht einmal auf die einfachsten  Sachverhalte einigen.  Aufsichtsratschef Naschke behauptete, Octavian hätte keinen Versuch unternommen, auch nur Kontakt mit dem Aufsichtsrat aufzunehmen. Kuzinar konterte diese Äußerung mit der den Worten, alle Bemühungen von Octavian, ein konstruktives Gespräch mit dem Aufsichtsrat zu führen, seien gescheitert.

Kuzniar sprach in seiner Wortmeldung von möglichen aktienrechtlichen Verstößen des Aufsichtsrates, Marktmanipulationen und offenen Haftungsfragen. Der neue Balda-Vorstand Dominik Müser, seit Anfang des Jahres im Amt, kündigte an, Balda werde eine freiwillige Sonderprüfung durchführen lassen. Eine unabhängige Rechtsanwaltskanzlei solle untersuchen, ob Balda im Zusammenhang mit dem Verkauf bzw. Nichtverkauf der TPK-Aktien ein Schaden entstanden sei. Dass dieses Zugeständnis den Aktionären reicht, scheint zum jetzigen Zeitpunkt fraglich.

Vor Gericht hat Octavian im Konflikt mit dem Aufsichtsrat derweil eine Schlappe erlitten. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigte die Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Naschke als Versammlungsleiter der außerordentlichen Hauptversammlung, wie Balda am Montag mitteilte.

Das OLG habe festgestellt, dass kein Zweifel bestehe, dass Naschke „pflichtgemäß und ohne Beeinträchtigung der Rechte der Aktionäre“ die Versammlung leiten werde. Octavian hatte bei Gericht den Antrag gestellt, Naschke wegen Befangenheit nicht als Versammlungsleiter zuzulassen und war damit bereits vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen gescheitert.

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