Streit mit van Aubel: Balda-Aufsichtsratschef wirft das Handtuch

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Streit mit van Aubel: Balda-Aufsichtsratschef wirft das Handtuch

, aktualisiert 04. September 2013, 12:49 Uhr
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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Balda AG, Michael Naschke, fasst sich am Mittwoch während der Außerordentlichen Hauptversammlung der Aktiengesellschaft an den Kopf.

Balda-Aufsichtsratschef Naschke gibt auf: Nach monatelangem Streit mit Großaktionär Thomas van Aubel um die Besetzung des Kontrollgremiums kündigte Naschke am Mittwoch auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin seinen Rücktritt mit Ablauf des Aktionärstreffens an.

"Die Entscheidung soll helfen, zu einem fairen Interessenausgleich bei der Besetzung des Aufsichtsrats zu gelangen", sagte Michael Naschke auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Balda in Berlin. Er lehne allerdings die von van Aubel angestrebte mehrheitliche oder gar vollständige Besetzung des Kontrollgremiums mit eigenen Kandidaten ab.

Dies sei nicht im Sinne einer guten Unternehmensführung. "Ich stimme dabei mit allen nationalen und internationalen Stimmrechtsvertretungen und Aktionärsvereinigungen überein." Die Fortsetzung des Konflikts würde jedoch der Balda Schaden zufügen. Balda-Chef Dominik Müser hatte zuvor erklärt, dass die Geschäfte des Kunststoffteile-Herstellers durch den seit acht Monaten schwelenden Streit unter Druck stünden. Kunden seien durch den öffentlich ausgetragenen Zwist verunsichert. Ein großer Abnehmer der Medizintechnik habe bereits einen Folgeauftrag verschoben.

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Müser bekräftigte indes sein Jahresziel für das im Juni ausgelaufene Bilanzjahr 2012/13, das sowohl vor wie auch nach Sondereffekten einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vorsieht.

Balda liefert sich mit seinem Großaktionär van Aubel seit Monaten einen erbitterten Streit über die Besetzung des Kontrollgremiums. Van Aubel wirft dem Aufsichtsrat unter der Leitung von Naschke Inkompetenz vor und setzte gerichtlich die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung durch. Van Aubel strebt die Abwahl des dreiköpfigen Gremiums an und will selber zusammen mit Manager Oliver Oechsle und Anwältin Frauke Vogler das Ruder übernehmen. Bei einer Hauptversammlungspräsenz von unter 60 Prozent hätte er mit seinem knapp 30-Prozent-Anteil gute Chancen, seinen Antrag durchzuboxen.

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Vor zwei Wochen hatten sich indes weitere Anteilseigner ins Spiel gebracht. Die US-Investoren TPG mit dem Fonds Octavian und Indaba schicken den ehemaligen Merck -Manager Klaus Rueth ins Rennen um einen Platz im Aufsichtsrat. Octavian und Indaba halten zusammen 13,26 Prozent an dem Kunststoffteile-Hersteller.

Bei dem ersten Aktionärstreffen Mitte Juli scheiterte van Aubel allerdings, da Aufsichtsratschef und Versammlungsleiter Naschke das Aktionärstreffen wegen Formfehlern bei der Einladung für beschlussunfähig erklärte. Van Aubel errang jedoch einen weiteren Etappensieg. Er setzte gerichtlich die Abberufung Naschkes als Versammlungsleiter durch. Statt dessen bestellte das Amtsgericht Bad Oeynhausen Rechtsanwalt Christoph Seibt, Partner der Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer, zum Leiter der zweiten außerordentlichen Hauptversammlung.

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