Streit um Aufträge: Boykott beutelt BP

Streit um Aufträge: Boykott beutelt BP

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Nachdem es erst vor zwei Wochen zu einem 4,5 Milliarden Euro teuren Vergleich zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 kam, schließt die amerikanische Umweltschutzbehörde BP nun "wegen mangelnder Geschäftsintegrität" vorläufig von staatlichen Aufträgen aus. BP kommt aus den Sorgen nicht heraus.

von Andreas Wildhagen

Britischer Ölkonzern wird von US-Staatsaufträgen ferngehalten. Der Schaden ist absehbar.

BP kommt aus den Sorgen nicht heraus. Aber diese, die nun auf die britischen Ölmanager zukommen, waren vorherseh- und weitgehend kalkulierbar. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA schließt BP "wegen mangelnder Geschäftsintegrität" vorläufig von staatlichen Aufträgen aus. Erst vor zwei Wochen kam es zu einem für BP 4,5 Milliarden Euro teuren Vergleich zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Doch was bedeutet dieser BP-Boykott?

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Es geht dabei um Neuaufträge und um staatliche Orders, die vor allem den Ausbau der Öl- und Gasinfrastruktur betreffen. Da lacht sich nun ExxonMobil ins Fäustchen, aber auch die niederländisch-britische Royal Dutch Shell, die in den USA für BP einspringen kann. Nach dem Öldesaster von Deepwater Horizon wussten BP-Manager, dass dieser Ausschluss von staatlichen Aufträgen auf BP zukommt, die Frage ist nur wie lange. "Bis BP nachweisen kann, dass die Integrität wieder hergestellt worden ist", heißt es bei der EPA. Das kann schon nächstes Jahr sein. Im Herbst 2013 kann die Vertreibung von BP aus dem Staatsgeschäft in USA ein schnelles Ende haben und ein Fall für die Firmenhistoriker und ihrer Archive werden.

Der Ausschluss betrifft nicht laufende Verträge, das geht rechtlich nicht. BP bleibt also im Geschäft und in Kontakt mit den staatlichen Stellen, die Bohrlizenzen in den USA, Pipeline-Baugenehmigungen und Verdichterstationen für die öffentliche Gasversorgung vergeben – für Monate nun nicht mehr an BP. Die privaten Aufträge kann BP in unumschränkten Ausmaß in den USA weiter entgegennehmen, privatrechtlich können US-Regierungsstellen nicht in das BP-Geschäft intervenieren, das wird privatrechtlich geregelt. Auch können US-Bürger weiterhin an BP-Tankstellen in den USA tanken soviel sie wollen, falls sie nach den schrecklichen Bildern der verölten Strände noch Lust dazu haben. Den Pragmatikern unter ihnen wird es egal sein. Der Konzern ist zur Zeit dabei, seine internen Sicherheitsstrukturen völlig zu revidieren und neu aufzustellen, mit Hilfe von US-Sicherheitsberatern und Ölexperten.

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Und allein diese werden schnell dafür sorgen, dass BP bald wieder voll da ist im Land fast uferlos erscheinender Geschäftsmöglichkeiten.

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