Studie: Altersrückstellungen kosten Dax-Konzerne Milliarden

Studie: Altersrückstellungen kosten Dax-Konzerne Milliarden

Konzerne pumpen riesige Summen in die Absicherung ihrer Mitarbeiter im Alter, allein 2012 kassierten frühere Vorstände laut einer Studie 2,8 Milliarden Euro. Zuletzt sind die Belastungen deutlich gestiegen.

Die großen deutschen Konzerne lassen sich die Altersabsicherung ihrer Vorstandsmitglieder Milliarden kosten. Insgesamt summierten sich die Pensionsrückstellungen der im Dax notierten Unternehmen für früheren Vorstände 2012 nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auf 2,8 Milliarden Euro.

Durchschnittlich 7,4 Millionen Euro zahlte jedes der Unternehmen demnach 2012 als Altersversorgung an frühere Vorstandsmitglieder. Das entspricht mehr als einem Drittel der Summe, mit der die Konzerne ihre aktiven Vorstandsmitglieder honorierten. Auch die Altersvorsorge für ihre aktiven Vorstandsmitglieder ließen sich die Konzerne einiges kosten. Durchschnittlich gaben sie je Manager rund 450 000 Euro für deren Altersvorsorge aus. Dies entspricht rund 54 Prozent der aktuellen Festbezüge. Die Absicherung der Topmanager liegt damit erheblich über dem, was Normalverdiener nach einem langen Arbeitsleben erwarten können.

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Erst vor kurzem hatte Karlheinz Küting, Direktor des Centrums für Bilanzierung und Prüfung an der Universität des Saarlandes, für die WirtschaftsWoche errechnet, dass die Unternehmen deutlich mehr Geld für den Ruhestand zurücklegen als noch vor einigen Jahre. Danach mussten die 25 Industriekonzerne im Dax ihre Pensionsrückstellungen 2012 im Vergleich zu 2007 um 32 Milliarden auf mehr als 95 Milliarden Euro aufstocken. Auch der große Dax-Check der WirtschaftsWoche hat ergeben, dass bei Deutschlands größten Konzernen milliardenschwere Pensionslasten für die Mitarbeiter nicht gedeckt sind.

Dennoch sieht die Studie der Hans-Böckler-Stiftung ein Ende des Aufwärtstrends der vergangenen Jahre. Das betonte der Verfasser der Studie, der Vergütungsexperte Heinz Evers. Mit neu eingestellten Vorständen werde inzwischen oft ein geringeres Leistungsniveau vereinbart. Zudem hätten viele Unternehmen die bislang sehr niedrigen Altersgrenzen für die Pensionierung ihrer Vorstände angehoben. Für die Studie hatte Evers die Vergütungsberichte und -angaben der Dax-Konzerne für das Geschäftsjahr 2012 ausgewertet.

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