
MünchenDer Trend ist seit Jahren ungebrochen: Mit jedem Konjunkturzyklus steigt in Deutschland die Zahl der Zeitarbeiter. Experten gehen davon aus, dass bereits in diesem Jahr erstmals mehr als eine Million Menschen auf Leihbasis beschäftigt sein könnten.
Die Entwicklung geht in zwei Richtungen: Einerseits wächst der Bedarf der Unternehmen nach flexiblen Arbeitskräften, andererseits fällt es bei sinkender Arbeitslosigkeit Randstad & Co immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden. Manche Regionen seien regelrecht „leergefegt“, klagt die Branche. Während die Gewerkschaften den Unternehmen als Motiv oft Lohndrückerei für den Einsatz von Leiharbeitern unterstellen, kommt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) zu einem anderen Ergebnis. Befragt wurden mehr als 100 Unternehmen, die Leiharbeit einsetzen oder erwägen.
Demzufolge setzen zwei Drittel der Befragten Zeitarbeiter ein, um „kurzfristig ausfallende Arbeitskräfte zu ersetzen“ oder „flexibel auf schwankende Auftragsvolumina reagieren zu können“. Lediglich acht Prozent der Befragten nannten als Motiv den Wunsch, „die Personalkosten zu reduzieren.“
Der Studie zufolge legen die Personalchefs mittlerweile größeren Wert auf das Wohlergehen der Leiharbeiter. Denn mit sinkender Arbeitslosigkeit wächst die Besorgnis, dass das Reservoir an flexiblen Arbeitskräften austrocknen könnte. Drei Viertel der Befragten antworteten auf die Frage, ob der wachsende Fachkräftemangel die Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitern verbessert, mit „ziemlich wahrscheinlich“ oder „ganz sicher“.
So sprechen sich fast alle Befragten für eine systematische Einarbeitung der Zeitarbeiter aus. 60 Prozent sind für eine einheitliche Arbeitskleidung, sieben von zehn Personalchefs sind für regelmäßige Mitarbeitergespräche. Acht von zehn Unternehmen halten sogar gemeinsame Betriebsausflüge und Weihnachtsfeiern zwischen Zeitarbeitern und Stammbelegschaft für gut oder sehr gut geeignet, um das ausgeliehene Personal in das Unternehmen zu integrieren.













