Sturmgewehr: G36-Probleme offenbar schon länger bekannt

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Sturmgewehr: G36-Probleme offenbar schon länger bekannt

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Ein Rekrut schießt auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz mit seinem Gewehr vom Typ Heckler & Koch G36.

Schon vor vier Jahren soll das Verteidigungsministerium von den Problemen mit dem G36-Sturmgewehr gewusst haben. Es soll auch Hinweise auf eine nachträgliche Materialveränderung am G36 geben.

Die Spitze des Verteidigungsministerium wusste möglicherweise früher als bisher angegeben von Problemen bei der Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36. Der „Stern“ berichtete am Mittwoch, dass Sonderermittler des Ministeriums dem damaligen Staatssekretär Rüdiger Wolf über anonyme Vorwürfe und einen möglichen Konstruktionsmangel des Gewehrs berichtet hätten. Das Magazin beruft sich auf einen geheimen Bericht des Bundesrechnungshofs vom Juni 2014.

Nach den ersten Medienberichten über die G36-Probleme im April 2012 hatte das Verteidigungsministerium erklärt, dass erst Anfang November 2011 Probleme bei der Treffsicherheit festgestellt wurden. Diese hätten sich dann bei weiteren Tests bis März 2012 zunächst bestätigt.

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Die heißen Eisen unter den Rüstungsprojekten der Bundeswehr

  • Allgemein

    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich zum Ziel gesetzt, im Rüstungssektor der Bundeswehr aufzuräumen. Jahrelange Verzögerungen und Kostensteigerungen im mehrstelligen Millionenbereich soll es künftig nicht mehr geben. An diesem Donnerstag lässt sich die Ministerin bei einer Sitzung des Rüstungsboards über den aktuellen Stand bei einigen Großprojekten informieren. Hier fünf der heißesten Eisen unter den 1200 Rüstungsprojekten der Bundeswehr.

  • Meads oder Patriot

    Die in absehbarer Zeit wichtigste, teuerste und heikelste Entscheidung will von der Leyen bis Mitte des Jahres treffen. Die Bundeswehr soll ein neues Raketenabwehrsystem erhalten. Zur Auswahl stehen „Meads“ – eine internationale Entwicklung unter Beteiligung der deutschen Raketenschmiede MBDA – und eine neue „Patriot“-Version des US-Herstellers Raytheon. In die Entwicklung von Meads floss bereits eine Milliarde Euro deutscher Steuergelder. Die Anschaffung würde mehrere weitere Milliarden kosten.

  • Euro Hawk

    Die Aufklärungsdrohne hätte von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) fast das Amt gekostet. Wegen massiver Probleme bei der Zulassung des unbemannten Fliegers für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion wurde die Entwicklung im Frühjahr 2013 gestoppt. Seitdem wird nach einem anderen Flugzeug gesucht, in das die von Airbus stammende Aufklärungstechnik eingebaut werden kann. Derzeitiger Favorit: Eine Schwester-Drohne des „Euro Hawk“ namens „Triton“.

  • Reaper oder Heron

    Von der Leyen will die Bundeswehr mit bewaffnungsfähigen Drohnen ausrüsten. Zur Auswahl stehen eine US-Drohne, die „Reaper“ (Sensenmann) oder „Predator B“ (Raubtier) genannt wird, und „Heron TP“ (Reiher) aus Israel. Die Entscheidung wird noch vor Ende des Jahres erwartet.

  • Airbus A400M

    Mit vier Jahren Verspätung lieferte Airbus Mitte Dezember das erste Transportflugzeug vom Typ A400M an die Bundeswehr aus. Das bedeutet aber noch nicht das Ende der Verzögerungen. Wieviele der fünf für dieses Jahr versprochenen Maschinen tatsächlich am niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf landen werden, ist noch völlig unklar. Der A400M bleibt ein Problemfall.

  • G36

    Auch mit kleineren Waffen gibt es große Probleme. Seit vielen Monaten wird über die Treffsicherheit des Standardgewehrs der Bundeswehr G36 diskutiert. Große Hitze verträgt die Waffe nicht besonders gut. Ein neuer Prüfbericht soll in den nächsten Wochen Klarheit darüber bringen, wie gravierend das Problem ist.

Nach dem vom „Stern“ zitierten Rechnungshofbericht soll das Wehrwissenschaftliche Institut der Bundeswehr auch Hinweise auf eine mögliche nachträgliche Materialveränderungen am G36 gefunden haben. In der Kunststoffmischung der Gehäuse der Seriengewehre sei der Zusatzstoff Polyethylen gefunden worden, der die Verformung der heißen Waffe befördern könne. Der Prototyp von 1993 habe diesen Stoff dagegen nicht enthalten. Polyethylen ist billiger als das sonst für das Gewehr verwendete Polyamid.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte nach mehreren widersprüchlichen Gutachten im Sommer 2014 eine neue Untersuchung von Bundesrechnungshof, Fraunhofer Institut und Bundeswehr angeordnet, deren Ergebnisse noch im April erwartet werden. Die Ministerin hatte aber bereits in der vergangenen Woche die mangelnde Treffsicherheit für erwiesen erklärt.

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