Tabakindustrie: EU-Richtlinie greift den Glimmstängel an

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Tabakindustrie: EU-Richtlinie greift den Glimmstängel an

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Wenn es nach den Plänen der EU-Kommission geht, werden Zigaretten künftig alle einheitlich ausschauen - und auch fast gleich schmecken.

von Miguel Zamorano

Die EU will die Tabakrichtlinie ändern. Zigarettenhersteller laufen Sturm. Setzt sich Brüssel durch, könnte es bald nur noch wenige verschiedene Geschmacksrichtungen geben. Und das wäre nicht nur für die Hersteller ein Problem.

Vor fast sechs Jahren beschloss der Bundestag das Tabakwerbeverbot. Aus Zeitschriften, Zeitungen und Internet verschwand der Glimmstängel, auch TV-Werbung war passé. Der Aufstand gegen das Reklameverbot war groß, Einzelhändler fürchteten um ihr Geschäft und die Bundesregierung klagte sogar gegen die EU-Richtlinie, die Deutschland in nationales Recht umzusetzen musste. Der Widerstand war zwecklos.

Doch die Frucht vor den Folgen war größer als der tatsächliche Schaden. Der deutschen Tabakindustrie geht es nach wie vor gut. 2011 verkauften die Hersteller hierzulande 88 Milliarden Zigaretten und setzten damit 21 Milliarden Euro um, knapp 1,5 Milliarden mehr als 2010 - allerdings aber auch erstmals wieder annährend so viel wie 2002.

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Die Werbeverbote haben Rauchern die Lust am blauen Dunst langfristig nicht nehmen können. Genauso wenig wie die Erhöhung der Tabaksteuer, die seit Mai 2011 um insgesamt zwölf Cent pro Standardpackung gestiegen ist. Die Deutschen qualmen fröhlich weiter und bescherten dem Fiskus 2011 Rekordeinnahmen von 14,4 Milliarden Euro. Für das laufende Jahre erwartet die Regierung rund 200 Millionen Euro weniger.

Der Branche drohen australische Verhältnisse

Was die EU-Kommission jetzt diskutiert, könnte Raucher tatsächlich den Spaß am Paffen verderben - und der Tabakindustrie gefährlich zusetzten. Die Tabakrichtlinie soll sich grundlegend ändern. Drei Viertel der Schachtel sollen nach Willen von EU-Gesundheitskommissar John Dalli mit Warnhinweisen bedruckt werden. Bisher sind lediglich 30 Prozent der Schachtelfläche dafür vorgesehen. Werbung für vermeintlich natürlich oder biologisch anmutende Tabakprodukte sollen auf der Verpackung verboten werden. Form, Farbe und Größe der Zigaretten sollen zudem vereinheitlicht, Aromen- und Produktvielfalt drastisch eingeschränkt werden.

In Australien ist vieles davon bereits Realität. Dort müssen mit Beginn des Monats Dezember alle Packungen einheitlich olivengrün sein, geziert von Bildern mit den gesundheitlichen Folgen für Nikotinsüchtige: faule Zähne, amputierte Gliedmaßnahmen und schwarze Lungenflügel.  

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