Tariflöhne: In welchen Branchen die Gehälter steigen

Tariflöhne: In welchen Branchen die Gehälter steigen

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Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen dürften bei vielen Deutschen 2015 etwas höher ausfallen

Das reale Tarifeinkommen ist 2014 so stark wie seit fünf Jahren nicht gestiegen. Doch nicht alle Branchen konnten kräftig zulegen.

5,5 Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall in der aktuellen Tarifrunde. Dass es eine Einigung zu diesen Konditionen gibt, ist mehr als unwahrscheinlich. In anderen Branchen sind die Verhandlungen längst durch. Einige Berufsgruppen dürfen sich über deutlich mehr Gehalt freuen – wenn auch nicht in IG-Metall-Größenordnungen.

Angestellte bei privaten Dienstleistern, Sozialversicherungen oder aus der Handelsbranche dürfen sich über ein kräftiges Lohnplus freuen. Ihre tarifliche Grundvergütung (inklusive Pauschal- und Einmalzahlungen) ist laut Zahlen des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung um 3,2 bis 3,5 Prozent gestiegen.

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Wo Fachkräfte fehlen

  • IT-Industrie

    Die Branche fordert Rahmenbedingungen für Zuwanderer. Der Grund: Letzteren Erhebungen zufolge sind derzeit in Deutschland rund 39.000 Stellen für IT-Experten nicht besetzt, so das „Handelsblatt“. Gesucht würden vor allem Akademiker der Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

  • Bauwirtschaft

    Die Branche ist nach eigenen Angaben dringend auf Ausländer angewiesen. Schon heute haben 9,5 Prozent aller Beschäftigten im Bau einen ausländischen Pass. „Wir sind an Facharbeitern aus Rumänien und Bulgarien stark interessiert“, sagt Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie gegenüber dem „Handelsblatt“. Die Leute seien motiviert und gut ausgebildet.

  • Pflege, Kitas

    In Deutschland fehlen rund 50.000 Pflegekräfte – Tendenz steigend. Qualifizierte Zuwanderer sind daher ausdinglich erwünscht. In der Altenpflege ist – ähnlich wie in der Baubranche – jeder zehnte Mitarbeiter aus dem Ausland. In der Kinderbetreuung fehlen nach Schätzung der Arbeiterwohlfahrt rund 30.00 Erzieherinnen.

Damit liegen diese Branchen weit über dem Durchschnitt. Nach Abzug der Inflation stiegen die Tarifgehälter 2014 laut dem WSI im Schnitt um 2,2 Prozent – der höchste Reallohnzuwachs seit fünf Jahren. Stärker waren die Realeinkommen zuletzt 1999 gestiegen, damals um 2,4 Prozent. Die effektiven Bruttoeinkommen einschließlich der Arbeitnehmer, die nicht nach Tarif bezahlt würden, hätten real um 1,8 Prozent zugelegt.

Doch nicht alle Branchen konnten ein überdurchschnittliches Wachstum bei den Tariflöhnen erreichen. Bei Energie- und Wasserversorgern oder im Bergbau stieg die Grundvergütung nur um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

IG Metall-Tarifrunde Bildungsteilzeit wird zum Knackpunkt

Die IG Metall fordert einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.

Arbeitnehmer sollen mehr bezahlte Weiterbildung erhalten Quelle: Getty Images

Seit 2009 hätten die Gewerkschaften in fünf von sechs Jahren Tariferhöhungen oberhalb der Inflationsrate durchgesetzt, sagte WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck. "Angesichts der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern und der Deflationsgefahren kommt einer dauerhaften Stärkung der Lohnentwicklung und damit der Binnennachfrage gerade in Deutschland eine große Bedeutung zu."

Die Tarifrunde 2015 ist mit ersten Gesprächsrunden in der Metall- und Elektroindustrie angelaufen. Demnächst folgen die Verhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder und die Chemie-Industrie. Die IG Chemie will Lohnerhöhungen von vier bis fünf Prozent durchsetzen.

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