Technologiekonzern: Siemens präsentiert alarmierende Zahlen

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Technologiekonzern: Siemens präsentiert alarmierende Zahlen

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Siemens leidet global: Die Produktion in Brasilien und Indien sinkt oder stagniert ganz, der chinesische Markt stellt das größte Problem dar

von Matthias Kamp

Die globale Wirtschaftskrise macht dem Technologiekonzern Siemens schwer zu schaffen. Besonders bedenklich: Auch in Schwellenländern wie China schwächelt der Konzern – und das recht deutlich.

Etwa 24 Milliarden Euro setzte Siemens zuletzt in aufstrebenden Ländern wie China, Indien und Brasilien um. Das ist in etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes des Konzerns, und das Geschäft in Schwellenländern soll weiter kräftig wachsen. Um zehn Milliarden Euro will Konzernchef Peter Löscher den Umsatz in diesen Ländern mittelfristig steigern. Das kündigte er im Juni an – Teil eines Sieben-Punkte-Plans für die künftige Entwicklung des Unternehmens.

Fraglich, ob das gelingt. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für die Monate von April bis Juni musste Löscher heute einräumen, dass das Geschäft auch in Asien und Südamerika deutlich an Fahrt verliert. In Brasilien sinke die Produktion, in Indien stagniere sie, und in China werde die Konjunktur wohl erst im kommenden Jahr wieder in Schwung kommen.

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Siemens, der Konzern wie kein anderer von der schrittweisen weltweiten Umstellung auf grüne Energien und der Urbanisierung in Schwellenländern profitieren will, spürt derzeit kräftigen Gegenwind. Von „steinigen Wegen“ und „unsicherem Terrain“ sprechen Löscher und seine Vorstandskollegen in letzter Zeit immer häufiger. Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung hätten sich nicht erfüllt, sagte Löscher heute, „die Unsicherheiten in Europa nehmen eher wieder zu.“

Zurückhaltung bei Investitionen

Bereits im April hatte Löscher die Erwartungen für den Gewinn des laufenden Geschäftsjahres von sechs Milliarden Euro auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Es sei „deutlich ehrgeiziger geworden“, dieses Ziel zu erreichen, so Löscher nun heute. Manche Analysten erwarten nunmehr lediglich einen Gewinn von gut fünf Milliarden Euro für das Geschäftsjahr, das am 30. September endet.

Dank eines noch komfortablen Auftragspolsters steigerte Siemens den Umsatz zwischen April und Juni um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft kletterte im dritten Geschäftsquartal auf 1,23 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es 763 Millionen Euro gewesen. Allerdings war das Ergebnis damals durch zwei außergewöhnliche Belastungen massiv reduziert worden.

Um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Auftragseingang zwischen April und Juni. Weltweit bestellen Unternehmen und Regierungen immer weniger Kraftwerke, Hochgeschwindigkeitszüge und Industriemotoren. Man spüre in der ganzen Welt eine Zurückhaltung bei Investitionen, so Löscher. Ob sich die Lage im kommenden Jahr entspannt, vermag der Siemens-Chef nicht zu sagen.

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