Tesla und Solar City: Vision oder doch nur Größenwahn?

Tesla und Solar City: Vision oder doch nur Größenwahn?

, aktualisiert 22. Juni 2016, 15:48 Uhr
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Elon Musk hat angekündigt, Solar City übernehmen zu wollen. Übernimmt er sich?

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Tesla-Chef Elon Musk streckt die Hand nach Solar City aus. Auch wenn der umtriebige Gründer das Unternehmen, das Solarpanel auf Häuser und Fabrikdächer installiert, gut kennt, bürdet er sich zu viel auf. Ein Kommentar.

New YorkMit dem Schlafsack übernachtet Elon Musk am Fließband. So erzählt es der Tesla-Chef. Die Botschaft ist klar: Die Produktion des neuen Model 3 steht an erster Stelle. Nichts ist wichtiger als die Elektrolimousine, die aus dem Nischenanbieter mit bislang zwei Premiummodellen einen Massenhersteller machen soll. Nun verkündet Musk, Solar City übernehmen zu wollen. Da fällt einem glatt die Kinnlade herunter, nicht nur den Analysten und Experten.

Solar City installiert auf Häusern und Fabrikdächern Solarpanel. Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob die Kombination beider Firmen tatsächlich strategisch nicht sinnvoll ist. Aber selbst, wenn man zu dem Schluss kommt, dass dem so ist – Musk hätte die Akquisition besser nicht angeleiert.

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Dem gebürtigen Südafrikaner fehlt die Zeit. Es steht zu viel für Tesla auf dem Spiel. Misslingt die Markteinführung des Model 3, bricht eine entscheidende Säule des Geschäftsplans weg. Das Risiko besteht, schon der Geländewagen Model X war von Produktionsproblemen geplagt.

Wie ehrgeizig Teslas Pläne sind, zeigt eine Zahl: Er will seine Produktion im Vergleich zum vorherigen Jahr bis 2018 verachtfachen. Dabei zeigen zahlreiche Rückrufe, wie viele Probleme gerade in der Massenfertigung stecken können.

Teslas Kunden glauben fast religiös an die Qualität ihrer Fahrzeuge, das Image darf Musk nicht gefährden. Dazu kommen zahlreiche weitere Projekte, wie eine neue Fabrik in China, die Eröffnung der „Gigafactory“ in den USA oder die Mars-Pläne von Space X, dem anderen Unternehmen von Musk.

Nun mag man einwenden, Musk sei ja schon einmal Chairman und größter Aktionär von Solar City gewesen, der Manager daher mit der Materie vertraut. Doch das Argument sticht nicht. Mit der Übernahme bürdet sich Musk die operative Verantwortung für das Solargeschäft auf. Das war bei Solar City Analysten zufolge bislang nicht gut gemanagt. Es muss also eine Wende vollzogen werden, die volle Konzentration verlangt. Zudem engt Musk Tesla mit der Übernahme auch finanziell zu sehr ein.

Musk erstaunt die Welt immer wieder, schafft Dinge, die fast unmöglich erscheinen. Gut möglich, dass die Einverleibung von Solar City am Ende nicht dazu gehört.

Quelle:  Handelsblatt Online
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