ThyssenKrupp: Berthold Beitz ist tot

ThyssenKrupp: Berthold Beitz ist tot

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Berthold Beitz, Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, ist im Alter von 99 Jahren gestorben.

Berthold Beitz ist als Erbe der mythenumrankten Krupp-Familie der mächtigste Mann beim global agierenden Konzern ThyssenKrupp gewesen. Jetzt ist er im Alter von 99 Jahren gestorben.

Vor 60 Jahren übernahm Berthold Beitz den Job des Generalbevollmächtigten im Krupp-Konzern. Seitdem hatte er eine einzigartige Karriere hinter sich. Im September wäre er 100 Jahre alt geworden. Wie jetzt auch offiziell bestätigt wurde, verstarb Beitz bereits am Dienstag. Seit Jahren hatte sich Beitz zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Doch hielt er bei ThyssenKrupp noch immer die Fäden in der Hand – über die mächtige Krupp-Stiftung, die der größte Aktionär des Konzerns war und mit einem Anteil von gut 25 Prozent eine Sperrminorität besaß.

Ulrich Lehner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp: „Mit Berthold Beitz ist eine herausragende Persönlichkeit von uns gegangen, die das Unternehmen im Geiste von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach entscheidend geprägt hat. Er hat richtungsweisende Veränderungen im Konzern persönlich begleitet und unterstützt. Berthold Beitz hat die Höhen und Tiefen der neueren deutschen Geschichte miterlebt. Im Zweiten Weltkrieg hat er gemeinsam mit seiner Frau ein beeindruckendes Zeichen für Mut und Menschlichkeit gesetzt und unter Einsatz des eigenen Lebens Hunderte verfolgter Juden vor der SS gerettet. Den Wiederaufbau Deutschlands hat er mitgestaltet. Im In- und Ausland genießt er hohe Anerkennung.“

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Auch ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger, drückte sein Bedauern aus: „Ich habe Herrn Beitz als einen Menschen erlebt, dem die Zukunft des Unternehmens immer sehr am Herzen lag. Er hat uns im Vorstand in den letzten Jahren bei dem umfassenden Veränderungsprozess begleitet, bestärkt und dort, wo es nötig war, vorbehaltlos unterstützt. Er war ein großes Vorbild für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Wohl ihm immer ein zentrales Anliegen war. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Berthold Beitz, geboren am 26. September 1913, wurde von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach 1953 als persönlicher Generalbevollmächtigter zu Krupp geholt. 1967 starb Alfried Krupp. Durch den Erbverzicht seines Sohnes Arndt von Bohlen und Halbach war der Weg zur Gründung der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und zur Umwandlung der Firma in eine Kapitalgesellschaft frei. Berthold Beitz wurde Testamentsvollstrecker und 1968 Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die heute 25,3 Prozent an ThyssenKrupp hält. Er war ab 1970 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fried. Krupp GmbH, ab 1989 dessen Ehrenvorsitzender. Nach der Gründung der ThyssenKrupp AG 1999 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Firma Krupp im November 2011 wurde von Bundespräsident und nordrhein-westfälischer Ministerpräsidentin insbesondere die Leistung von Berthold Beitz gewürdigt.

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