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ThyssenKrupp: Bieter für Stahlwerke schließen Bündnisse

10. Februar 2013
Das Stahlwerk im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sorgten zuletzt für rote Zahlen in den Bilanzen des Stahlriesen ThyssenKrupp. Quelle: REUTERSBild vergrößern
Das Stahlwerk im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sorgten zuletzt für rote Zahlen in den Bilanzen des Stahlriesen ThyssenKrupp. Quelle: REUTERS

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will die Investitionsruinen in den USA und Brasilien schnell abstoßen. Jetzt scheinen zwei Unternehmen aus Japan und Amerika an den Stahlwerken in Übersee interessiert zu sein.

Im Rennen um die Stahlwerke von ThyssenKrupp in Übersee schmieden Insidern zufolge einige Bieter Bündnisse. Der japanische Stahlkocher JFE Steel und der Konkurrent U.S. Steel wollten eine gemeinsame Offerte vorlegen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit folgten sie einem gemeinsamen Vorgehen von Weltmarktführer ArcelorMittal mit Nippon Steel aus Japan und den Bemühungen des brasilianischen Stahlkonzerns CSN um finanzielle Schützenhilfe der staatlichen Entwicklungsbank BNDES. Die Frist für bindende Angebote laufe am 28. Februar ab.

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ThyssenKrupp wollte sich am Sonntag nicht näher zum Stand des Verfahrens äußern. "Der Bieterprozess verläuft planmäßig", sagte ein Sprecher lediglich. Der Konzern sei weiter zuversichtlich, bis Ende des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) eine Lösung zu finden. Von JFE Steel und US Steel war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Cromme und Beitz trugen alles mit...

  • Milliardendesaster

    In einer Sondersitzung am 20. November versuchte der ThyssenKrupp-Aufsichtsrat erneut, die Verursacher des Milliardendesasters bei den Stahlwerken in Brasilien und Alabama (USA) auszumachen.

  • Freispruch

    Die Kontrolleure unter Gerhard Cromme beriefen sich auf einen internen Bericht, nach dem Antworten des gesamten früheren Vorstands auf Fragen des Aufsichtsrates „unvollständig und teilweise falsch“ gewesen seien. Damit sprach sich Cromme frei.

  • Schuld haben "die anderen"

    Seit 2007 hatte sich aber abgezeichnet, dass die Baukosten der Stahlwerke „erheblich vom Plan abweichen“, wie es in einer Aufsichtsratsvorlage heißt. Cromme und Beitz zogen dennoch nicht die Notbremse. Schuld an Fehlentwicklungen im Konzern seien, so ein früherer Manager, „immer die anderen.“

Durch die Bündnisse können die Bieter die Transaktion auf breitere Schultern stellen. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will die Stahlwerke in den USA und Brasilien möglichst rasch abstoßen. Nach hohen Verlusten und Abschreibungen stehen die Werke noch mit insgesamt 3,9 Milliarden Euro in den Büchern. Darin enthalten ist auch ein Anteil von 27 Prozent, den der brasilianische Rohstoffkonzern Vale an der Anlage in seinem Heimatland hält. Nach Pleiten, Pech und Pannen waren die Kosten für die beiden Stahlwerke auf zwölf Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Die frühere Strategie von ThyssenKrupp im nordamerikanischen Stahlgeschäft ist gescheitert.

Aktionärsstruktur ThyssenKrupp

  • Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

    Die Stiftung hält mit 25,3 % den Großteil aller Aktien.

  • Blackrock

    Die Investmentfirma hält 5,1 % der Aktien.

  • Rest

    Die restlichen 69,6 % sind im freien Handel.

Mitte Januar hatte Reuters von mit der Situation vertrauten Personen erfahren, dass ArcelorMittal 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) für die Anlage in den USA bietet. CSN wolle 3,8 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) für das Werk in den USA und für eine Mehrheit an dem Stahlwerk in Brasilien hinblättern.

ThyssenKrupp-Finanzchef Guido Kerkhoff hatte im Dezember gesagt, dass es "mehr als eine Handvoll Interessenten" gebe. Nähere Einzelheiten zur Entwicklung des amerikanischen Stahlgeschäfts wird der Konzern am Dienstag bei der Vorlage seiner Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) nennen. Am Nachmittag will sich das Management den Fragen der Analysten stellen.

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