ThyssenKrupp: Cromme forscht bei Siemens

ThyssenKrupp: Cromme forscht bei Siemens

von Andreas Wildhagen

Der dortige Entwicklungschef Reinhold Achatz wechselt zu ThyssenKrupp und damit zu einem Konzern, der mit Forschung bisher nicht viel am Hut hatte – außer in seinen Gründungstagen

In diesen Tagen sind Öffentlichkeitsarbeiter von Siemens schwer damit beschäftigt, einem fatalen Eindruck mit der Gewalt eines Dampfkraftwerks zu begegnen: Dass der Wechsel des Siemens-Forschungskoordinators Reinhold Achatz zu ThyssenKrupp in gleicher Funktion etwas mit einer strategischen Annäherung der beiden Dax-Konzerne, so wie sie in den vergangenen Tagen kolportiert wurde - zu tun haben könnte, möglicherweise auch in Form von Gemeinschaftsunternehmen der Dax-Riesen auf dem Technologiesektor. Die Siemens-Manager legen laut Presseberichterstattung aber die Vermutung nahe, bei dem Wechsel sei eher der Zufalls-Generator mit im Spiel gewesen.

Rheinhold Achatz Quelle: dapd

Rheinhold Achatz (3.v.r. stehend) der Leiter der Forschungssparte bei Siemens wechselt zu ThyssenKrupp.

Bild: dapd

Bislang nur krasse Dementis

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Kann man Reinhold Achatz verwehren, seine berufliche Zukunft auch außerhalb von Siemens zu suchen und zu finden? Wohl kaum. Gibt es für ihn ein ThyssenKrupp-Verbot, weil der Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme auch Chefkontrolleur und maßgeblicher Einflussfaktor beim Revierkonzern ThyssenKrupp in Essen ist? Auch das muss vereint werden. Trotzdem mehren sich an Isar, Rhein und Ruhr die Gerüchte, dass Achatz den Weg von München nach Essen findet, um bei ThyssenKrupp eine Art „Technologieabgleich“, ein „Monitoring“ zu starten, das im einzelnen ausloten soll, was im Reich der Technologie bei ThyssenKrupp geht und was nicht geht, also entwicklungsfähig ist - was eine größere Schwungkraft braucht, möglicherweise mit Partnern – und wer diese Partner sein könnten. „Siemens wäre da in vielen Fällen ideal“, sagt ein Branchenkenner. Doch dazu gab es bisher von Siemens und ThyssenKrupp nur krasse Dementis.

Interner Zwist nach außen getragen

Der Verdacht, dass Cromme quasi geeignetes Personal bei Siemens für ThyssenKrupp abwirbt, konnte bisher niemand erhärten. Auch ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger war vor eineinhalb Jahren von Siemens zum Revierkonzern gekommen – bei Siemens war er für das Industriegeschäft verantwortlich und hatte eine lupenreine Siemens-Inhouse-Karriere hingelegt. Ist Achatz nun der zweite Fall? Das kann nicht bewiesen werden. Es ist allerdings auffällig, dass Siemens-Manager in diesen Tagen deutlich machen, dass Achatz mit neuen Vorgesetzten bei Siemens nicht mehr klar gekommen ist. Soll hier ein Zwist nach außen hin konstruiert werden, um den Weggang von Achatz in Richtung Essen unternehmensintern und individuell plausibel zu machen? Auch diese Vermutung schwebt im Raum. In diesen Tagen kocht die Gerüchteküche hoch, da wird vieles verschwommen gesehen.

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