ThyssenKrupp: Drei Bieter für Edelstahl-Tochter VDM

ThyssenKrupp: Drei Bieter für Edelstahl-Tochter VDM

Bild vergrößern

ThyssenKrupp sucht nach einem Käufer für seine Edelstahl-Tochter VDM

ThyssenKrupp unternimmt offenbar einen erneuten Anlauf beim Verkauf der Edelstahl-Tochter VDM. Laut einem Bericht sind noch drei Bieter im Rennen. Doch der Verkauf könnte scheitern – am Preis.

Der Verkaufsprozess der ThyssenKrupp-Edelstahltochter VDM gewinnt einem Medienbericht zufolge an Fahrt. Bis Montag sollen Kaufinteressenten ihr Gebot abgeben, berichtete das „Handelsblatt“ und beruft sich auf Konzernkreise. Es gebe drei Bieter. Neben den in den Medien bereits als Interessenten gehandelten Luxemburger Stahlkonzern Aperam und dem Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) nannte das Blatt auch ein Konsortium um Benedikt Niemeyer, dem ehemaligen Chef der Edelstahlfirma Schmolz + Bickenbach.

ThyssenKrupp und die drei genannten Bieter wollten den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Eine ThyssenKrupp-Sprecherin bekräftigte aber, es habe sich nichts geändert. Es gebe noch keinen Beschluss zum Verkauf von VDM, der Konzern befinde sich in der Phase eines Markttests.

Anzeige

Die größten Stahlhersteller

  • Platz 1: Arcelor-Mittal

    Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

    Quelle: World Steel Association

  • Platz 2: Hesteel Group

    Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

  • Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

    Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

  • Platz 4: Posco

    Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

  • Platz 5: Baosteel Group

    Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

  • Platz 16: Thyssen-Krupp

    Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

ThyssenKrupp hatte VDM wie auch die italienische Terni ursprünglich an den finnischen Edelstahlkonzern Outokumpu verkauft. Nachdem der finnische Käufer in Schwierigkeiten geraten war, musste ThyssenKrupp die verlustreiche Tochter Terni und den Spezialanbieter VDM zurücknehmen.

Gebote pendeln um 570 Millionen Euro

Seitdem sucht Guido Kerkhoff, Finanzvorstand von ThyssenKrupp, nach einem Käufer für VDM. Im vergangenen Sommer soll er die Deutsche Bank mit dem Verkaufsprozess beauftragt haben. VDM Metals mit seinen rund 2000 Mitarbeitern ist ein Spezialanbieter für hochwertige Edelstahlprodukte. Experten zufolge könnte VDM als Nischenanbieter auch eigenständig am Markt bestehen. Wegen der Spezialprodukte sind die Synergien mit ThyssenKrupp Steel Europe ohnehin gering.

Hauptversammlung von ThyssenKrupp Cevian bedroht Thyssens Stahl-Geschäft

Nach Jahren der Krise läuft es bei ThyssenKrupp wieder besser. Doch auf der Hauptversammlung bahnt sich ein Konflikt um die Zukunft des einstigen Stahl-Riesen an – der in der Zerschlagung enden könnte.

Ein Abstich zu ThyssenKrupp Quelle: dpa Picture-Alliance

Nicht alle halten einen schnellen Verkauf für wahrscheinlich, denn ThyssenKrupp will weitere Abschreibungen vermeiden. „Aktuell liegen die Preise, die für VDM und AST erzielt werden könnten, unterhalb des Buchwerts. Bei einem Verkauf wären also weitere Abschreibungen notwendig“, sagt Björn Voss, Analyst bei Warburg Research.

Ursprünglich wollte ThyssenKrupp laut dem „Handelsblatt“-Bericht eine Milliarde Euro für VDM kassieren. Die Angebote pendeln laut den zitierten Kreisen aber um die 570 Millionen Euro. Ob der Verkauf klappt, ist also weiterhin unsicher.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%