ThyssenKrupp: Hiesinger schwört Belegschaft auf harte Veränderungen ein

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ThyssenKrupp: Hiesinger schwört Belegschaft auf harte Veränderungen ein

von Andreas Wildhagen

Der ThyssenKrupp-Chef kündigt in seiner Rede auf den verstorbenen Beitz heftige Einschnitte und Veränderungen an. In Essen kamen heute Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen, um Berthold Beitz zu gedenken.

In der Villa Hügel ist am Donnerstagvormittag großer Bahnhof. Rund 400 Gäste kommen, um der Rede des Vorstandschefs Heinrich Hiesinger im oberen Saal des früheren Wohnhauses der Industriellenfamilie Krupp im Essener Hügel-Park zu lauschen. Der frühere Testamentsvollstrecker des letzten Krupp, Berthold Beitz, starb vor zwei Monaten kurz vor seinem 100. Geburtstag, der an diesem Donnerstagposthum begangen wird.

Die Festrede fällt in eine Zeit, die für den Revierkonzern ThyssenKrupp schwieriger und dramatischer nicht sein könnte. Der Konzern schrieb zuletzt einen Verlust von fünf Milliarden Euro, zwei nagelneue, aber hochdefizitäre Stahlwerke in Brasilien und Alabama (USA) hängen dem Stahl- und Technologieunternehmen wie Mühlsteine am Hals. Das Unternehmen wurde zuletzt von Korruption, Luxusleben im Vorstand und Verdacht auf Preisabsprachen gebeutelt. Der halbe Vorstand flog heraus. Zum Schluss trat der langjährige Aufsichtsratschef Gerhard Cromme im März unter unrühmlichen Umständen zurück.

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Der Geburtstag von Berthold Beitz ist nur vordergründig der Grund für die Spannung, die sich über die Essener Konzernzentrale legt, die nur drei Kilometer vom Hügel, dem Sitz der Krupp-Stiftung, entfernt liegt. Ihr Chef war sechzig Jahre lang Berthold Beitz, und seine Nachfolge wurde seit dem 30. Juli, seinem Todestag, nur teilweise geregelt. Die Dortmunder Uni-Rektorin Ursula Gather ist zwar Beitz-Nachfolgerin im Kuratorium der Stiftung, der Stiftungsvorsitz aber, den Beitz auch innehatte, ist noch nicht wieder besetzt.

Zum Tode des großen alten Mannes vom Hügel Der letzte Patriarch Beitz ist tot

Er hat in den fast 100 Jahren seines Lebens immer am Erbe des letzten Krupp gearbeitet, es zu erhalten und zu vergrößern versucht. Er war darin erfolgreich wie kaum ein anderer Unternehmenslenker in Deutschland.

Berthold Beitz ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Quelle: dpa

Die Stiftung hatte bald nach dem Ableben ihres Patriarchen bekannt gegeben, dass der Vorstandschef der Stiftung erst nach der offiziellen Trauerfeier bekannt gegeben werden soll. Soviel Pietät, Beitz wurde bereits vor sieben Wochen auf dem Essener Krupp-Friedhof beigesetzt, ließ die Gerüchteküche hochbrodeln. Denn sie ließ darauf schließen, dass es ein besonders wichtiger, prominenter Nachfolger werden wird, der erst nach der Hügel-Feier aus dem Schatten von Berthold Beitz heraustreten soll.

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