ThyssenKrupp: Kranker Mann mit Heilungschancen

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ThyssenKrupp: Kranker Mann mit Heilungschancen

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Kranker Konzern Thyssenkrupp. Fazit: Das Fieber ist noch da, aber extrem gesunken.

von Andreas Wildhagen

Der Revierkonzern weist in den ersten neun Monaten einen Verlust aus. Aber die vergangenen drei Monate liefen dennoch vielversprechend. Konzernchef Heinrich Hiesinger trauen Aktionäre viel zu.

Wenn der Essener Stahl- und Technologiekonzern mit einem kranken Mann verglichen werden kann - es gab im vergangenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust und die Stahlgeschäfte laufen in Brasilien und USA katastrophal und in Deutschland abgeschwächt - so gab es für den Patienten Ende der Woche ein vielversprechendes Bulletin: Besserung spürbar, Heilung in Sicht, Gesundung möglich.

Gewöhnlich fällt Verwandten bei solchen Arztberichten ein Stein vom Herzen, manchmal bricht sogar Euphorie aus. Als am Freitag klar war, dass der Konzern in den ersten neun Monaten zwar immer noch einen Verlust in Höhe von 220 Millionen Euro auftürmte, war bei vielen Aktionären Erleichterung zu spüren. Es wären 938 Millionen Euro Verlust gewesen, wenn die Edelstahltochter Inoxum (Marke „Nirosta“) mit eingerechnet worden wäre. Fazit: Das Fieber ist noch da, aber extrem gesunden. Inoxum wurde mehrheitlich an die finnische Outokumpu verkauft und wird nicht mehr mit eingerechnet. Das feierten die Aktionäre am Freitag als Siegesmeldung, der Kurs der Aktie stieg zeitweilig um sechs Prozent.

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Entwarnung? Natürlich nicht. Der Patient ist bettlägerig, aber der Adlerlass zeigt Wirkung, die Therapie springt an. Dem behandelnden Arzt Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzenden von ThyssenKrupp, wird nun auch noch die völlig Genesung des kranken Mannes an der Ruhr zugetraut. Die Stimmung steigt, und das ist viel wert. Da soll es nicht stören, dass der Gewinn in den vergangenen drei Monaten nur durch einen Sondereffekt, den Verkauf der amerikanischen Gießerei Waupaca zustande kam. Und auch der Verkauf von Inoxum, dem alten Krupp-Edelstahl führte zu dem überraschend niedrigen Verlust des ersten Dreivierteljahres. Aber das soll jetzt die Erleichterung nicht schmälern. Was wäre, wenn Inoxum nicht verkauft worden wäre? Was wäre, wenn Waupaca nicht den Verbund verlassen hätte? Alles noch viel schlimmer.

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