ThyssenKrupp und Siemens: Gerhard Cromme in der Gerüchteküche

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ThyssenKrupp und Siemens: Gerhard Cromme in der Gerüchteküche

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Einer erneuten Kandidatur für den Aufsichtsrat von Siemens durch Gerhard Cromme ist nach neuen Regeln trotz des hohen Alters möglich. Doch es gibt Widerstände

von Andreas Wildhagen

Gerhard Cromme - der Aufsichtsratsvorsitzende von ThyssenKrupp und Siemens - befindet sich in der Schusslinie der Arbeitnehmervertreter des Elektrokonzerns.

Es ist Sommer und die heißen Gerüchte kochen hoch. Wird der Multi-Aufsichtsrat Gerhard Cromme, Chef der Kontrollgremien von ThyssenKrupp und Siemens seinen Posten beim Münchner Elektrokonzern verlassen? Im nächsten Jahr wird er 70 und nach bisherigen Regeln wäre er zu alt für den Aufsichtsrat von Siemens. Doch die Regeln sind geändert worden und einer erneuten Kandidatur des Spät-69ers im Dezember steht eigentlich nichts mehr im Weg. Aber es gibt Widerstände, und die stammen vor allem aus dem Arbeitnehmerlager bei Siemens.

Heimliche Herrscher Der lange Arm des Gerhard Cromme

Der Aufsichtsratschef von Siemens und ThyssenKrupp nimmt wie kein Zweiter in Deutschland Einfluss auf die Großindustrie und ihre manchmal verborgenen Schachzüge.

Quelle: dpa

Dort war Cromme schon immer unbeliebt, weil er mit hartem Besen nach der Korruptionsaffäre, die 2007 in Milliardenhöhe bei Siemens hochkam, ausgekehrt hat und dabei viele Alt-Siemensianer verärgert hatte. Doch setzte sich Cromme auch mit Hilfe seiner wichtigen Unterstützers im Siemens-Aufsichtsrat durch. Das war der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Und ob Pensionär Ackermann weiterhin dem Siemens-Aufsichtsrat angehören wird, ist sowieso fraglich. Cromme fehlt also ein wichtiger Beistand aus der Mitte der deutschen Wirtschaft bei Siemens.

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Gerücht Nummer zwei

Kommt er auch allein durch, ohne diesen wichtigen Fürsprecher und mit dem Gegenwind der Arbeitnehmerseite? Es gibt noch ein anderes Gerücht in diesen heißen End-Julitagen und das besagt: Krupp-Stiftungschef Berthold Beitz sieht das Doppelmandat von Cromme nicht mehr so gern, heißt es im Ruhrgebiet. ThyssenKrupp steht nach einer milliardenschweren Fehlinvestition in Stahlwerke in USA und Brasilien mehr als schlecht da, die Stahlkonjunktur schwankt, es wird im Duisburger Stahlwerk von Kurzarbeit im Herbst gesprochen. Kartellstrafen nagen an der Liquidität von ThyssenKrupp und auch der Verkauf des Edelstahlsparte hängt wegen langwieriger Prüfungen der EU-Kommission zur Zeit durch. Cromme und sein Vorstandschef Heinrich Hiesinger haben also im heimischen Stahlunternehmen alle Hände voll zu tun, ihre schwere Sanierungsarbeit zu vollenden. Das braucht den ganzen Mann.

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Gerücht Nummer drei

Beitz ist das Erbe von Krupp am wichtigsten. Und da sind wir schon beim dritten Gerücht, das im Frühjahr durch alle Medien gegeistert ist. Dass Cromme eine Fusion in Teilen, besonders im Industrie- und Aufzugsbereich von ThyssenKrupp und Siemens zumindest gedanklich vorbereitet. Dazu könnte gehören, dass ein Doppel-Aufsichtsratsvorsitz eher hinderlich ist, weil er Cromme rechtliche Beschränkungen auferlegt, falls er das wirklich vorhaben sollte. Die nächsten Sommer-Wochen werden bei ThyssenKrupp und Siemens, in Essen und München, zweifellos mehr als spannend.

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