ThyssenKrupp: Vertrag von Konzernchef Hiesinger verlängert

ThyssenKrupp: Vertrag von Konzernchef Hiesinger verlängert

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Heinrich Hiesinger

Heinrich Hiesinger hat seinen Vertrag bei Thyssen-Krupp um fünf Jahre verlängert. Der Konzernchef will das Unternehmen stärker auf sein Technologiegeschäft ausrichten. Dafür soll die Stahlsparte weniger wichtiger werden.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger soll den Industriekonzern in den nächsten Jahren zu neuem Glanz führen. Der Aufsichtsrat habe seinen Vertrag um fünf Jahre bis September 2020 verlängert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Manager war 2010 von Siemens zu ThyssenKrupp gewechselt. Er hatte in den vergangenen Jahren die milliardenschweren Verluste und Schulden zurückgefahren und will den Konzern stärker auf seine Technologiegeschäft und weniger auf die Stahlsparte ausrichten.

Hiesinger habe den Konzern strategisch weiter entwickelt und neu ausgerichtet, sagte Aufsichtsratschef Lehner. Der Vorstand habe das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren finanziell stabilisiert und in die Zukunftsfähigkeit investiert. "Der Aufsichtsrat schätzt die Konsequenz, das Augenmaß, aber auch die ruhige Hand von Heinrich Hiesinger und seinem Vorstandsteam bei der Umsetzung der umfassenden Veränderungen."

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Hiesinger will den Konzern stärker auf die Technologiegeschäfte mit Anlagen, Aufzügen und Teilen für die Automobilindustrie ausrichten. Das früher dominante Stahlgeschäft macht inzwischen weniger als 30 Prozent des Umsatzes aus. Hiesinger hatte Anfang 2011 den Chefposten übernommen, als der Konzern wegen des Desasters mit den Überseestahlwerken bereits in die größte Krise seiner Unternehmensgeschichte schlidderte. Die Kosten für die Stahlwerke in Brasilien und den USA waren unter seinem Vorgänger Ekkehard Schulz nach Pleiten, Pech und Pannen auf über zwölf Milliarden Euro explodiert.

Bislang liest sich die Bilanz des Hoffnungsträgers allerdings tiefrot: Im Geschäftsjahr 2011/12 fuhr der Konzern einen Verlust von 4,7 Milliarden Euro ein. Die Schulden türmten sich auf eine Höhe von knapp sechs Milliarden Euro. Hiesinger hatte daraufhin in Amerika die Notbremse gezogen. ThyssenKrupp verkaufte das US-Stahlwerk für gut eine Milliarde Euro an die Konkurrenten ArcelorMittal und Nippon Steel. Zudem senkte der Konzern mit einer Kapitalerhöhung von rund 880 Millionen Euro die Schuldenlast. Hiesinger gelang aber nicht alles. Das verlustreiche Stahlwerk in Brasilien konnte er nicht abstoßen, Teile des bereits verkauften Edelstahlgeschäftes musste ThyssenKrupp zurücknehmen.

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Geholt hatte Hiesinger der frühere ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, der schließlich im Zuge des Amerika-Desasters und einer Reihe von Kartell- und Korruptionsfällen beim Konzern 2013 seinen Hut nehmen musste. Galt früher Cromme neben dem 2013 verstorbenen Patriarchen Berthold Beitz als starker Mann im Konzern, ist es heute Hiesinger. Aktionärsvertreter haben den Bauernsohn aus dem Schwabenland bereits mit dem Beinamen "Heinrich der Löwe" bedacht.

Hiesinger hat klar gemacht, dass er den Konzern weiter umkrempeln wird. "ThyssenKrupp wird sich weiter erneuern und wettbewerbsfähig aufstellen müssen", hatte er bereits kurz nach seiner Berufung durch den Aufsichtsrat 2010 an die Mitarbeiter geschrieben. Dies Motto dürfte auch weiterhin gelten.

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Nun muss der Krisenmanager beweisen, dass er ThyssenKrupp auch nachhaltig in bessere Zeiten führen kann. Der Druck dürfte größer werden - zumal der neue Großaktionär Cevian mehr Macht will und einen Platz im Aufsichtsrat beansprucht. Der Finanzinvestor gilt als aktiver Anteilseigner und mischt sich durchaus in seine Beteiligungsunternehmen ein.



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