Trotz guter Quartalszahlen: K+S kippt Ziel für 2020

, aktualisiert 15. August 2017, 11:41 Uhr

Der Kasseler Salz- und Düngerhersteller K+S gibt trotz verdoppeltem Quartalsergebnis sein Jahresziel für 2020 auf. Hauptgrund sei der Preis für Kaliumchlorid, so Vorstandschef Burkhard Lohr.

Weil Abwässer im Werk Werra einfacher entsorgt werden konnten, hat der Düngemittel- und Salzhersteller K+S seine Produktion im zweiten Quartal hochfahren können. Gleichzeitig schwächelte allerdings das Geschäft mit Auftausalzen vor allem in Nordamerika. So stieg der Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur leicht um 1,4 Prozent auf 742 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Dienstag in Kassel berichtete. Der operative Gewinn (EBIT +90 Prozent) wie auch das bereinigte Konzernergebnis (38,3 Millionen Euro, nach 0,1 Millionen) zogen deutlich an.

Das Kali-Werk Werra in Hessen und Thüringen konnte in den drei Monaten von März bis Juni ununterbrochen laufen, weil K+S mit einer neuen Genehmigung jährlich bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter Abwasser im Boden versenken darf. Daneben will das Unternehmen Salzlösungen in stillgelegten Bergwerken in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt einlagern. Im ersten Quartal hatte die Produktion im Werra-Werk Hattorf aus Umweltschutzgründen noch 25 Tage lang gestanden, weil in den Fluss Werra wegen Niedrigwassers keine Kali-Lauge eingeleitet werden durfte.

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Wegen der begrenzten Kali-Reserven in Deutschland hat K+S seit 2012 rund 3,1 Milliarden Euro in die kanadische Mine Bethune investiert. Sie wurde im Mai eröffnet und hat inzwischen die ersten Tonnen verkaufsfähiges Kali produziert. Sie soll langfristig die Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und die durchschnittlichen Kosten senken.

K+S verabschiedete sich zudem von seinem Mittelfristziel: Das 2015 geäußerte Ziel eines Ebitda-Gewinns von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2020 sei aus heutiger Sicht wegen niedriger Endpreise nicht mehr realistisch. 2016 hatte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 519 Millionen Euro gelegen.

Anleger reagierten verschnupft auf die Ankündigung: K+S-Aktien verloren fast sechs Prozent auf 20,58 Euro und waren mit Abstand größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Dabei habe ohnehin niemand mehr mit dem Erreichen der mittelfristigen Ziele gerechnet, sagten Händler

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