Trotz Russland-Krise: Henkel hält an Jahresprognose fest

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Logo der Henkel-AG.

von Mario Brück und Reinhold Böhmer

Der Konsumgüterhersteller Henkel will in Russland trotz der Ukraine-Krise weiter wachsen.

„Wir sind seit 1990 in Russland aktiv. Seitdem erleben wir dort die vierte Krise. Mit dem Risiko müssen wir kalkulieren“, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted im Interview mit der WirtschaftsWoche. Aktuell baut Henkel die neunte Fabrik in Russland, ein Klebstoffwerk in Novosibirsk, 3000 Kilometer östlich von Moskau. Rorsted: „Und es werden ganz bestimmt noch weitere Fabriken hinzukommen.“

Rorsted steht fest zu seinen Zielen für das laufende Jahr, beim Umsatz organisch um drei bis fünf Prozent zu wachsen und die Gewinnmarge leicht auf 15,5 Prozent zu steigern. Rorsted: „Wir müssen eben mehr als früher zwischen langfristigen Strategien und kurzfristigen Anpassungen balancieren. Wenn der Umsatz nicht so wächst wie geplant, muss man eben die Ausgaben anders steuern.“ Dazu stünden alle Kosten „vom Einkauf über Reise- und Werbekosten bis hin zu Ausgaben für externe Beratung“ auf dem Prüfstand. Personal einsparen wird Henkel laut Rorsted aber nicht: „Es gibt keine Abbauprogramme, eben weil wir uns frühzeitig auf die Veränderungen eingestellt haben.“ Auch Kürzungen bei den langfristigen Investitionen wird es nicht geben. „Wir werden in diesem Jahr zwischen 500 und 550 Millionen Euro in Standorte und Infrastruktur investieren. Das ist so viel wie in keinem der anderen sechs Jahre, in denen ich die Verantwortung bei Henkel habe“, betont Rorsted.

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Henkels Vierjahresplan von 2012 bis 2016 sieht vor, den Konzernumsatz von heute gut 16 Milliarden auf 20 Milliarden zu steigern und dabei den Gewinn pro Aktie im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr zu erhöhen. Russland ist dabei mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz schon heute der viertgrößte Markt für Henkel hinter den USA, Deutschland und China. Der Konzern beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter in der Ukraine und etwa 2500 in Russland.

Neues Führungsgremium für Digitalisierung

Kasper Rorsted hat dem Düsseldorfer Konsumgüterkonzern eine großangelegte Digitalisierungsoffensive verordnet und dazu ein neues Führungsgremium installiert. „Wir haben ein sechsköpfiges Digital-Council eingerichtet, das direkt an den Vorstand berichtet“, erklärte Rorstedt gegenüber der WirtschaftsWoche. „Wir sind zwar schon alt, aber wir sind auch modern.“ Bei der Digitalisierungsoffensive greife Henkel auf eigene statt auf externe Kräfte zurück, statt sich Start-ups zu bedienen. „Wir bauen das in Eigenregie auf“, betonte Rorsted. „Natürlich muss man dazu Menschen im Unternehmen haben, die das Thema verstehen und umsetzen können. Die Teams bauen wir seit zwei Jahren aus unseren eigenen Reihen auf.“

Im Kontakt zu seinen Kunden setzt Henkel laut Rorstedt auf die eigene Kraft und wird keine Daten von Google oder Facebook erwerben. Einen Direktverkauf von Henkel-Produkten übers Internet werde es, so Rorstedt, auch in Zukunft nicht geben. „Wir suchen primär den Dialog mit dem Kunden, wir wollen ihm neue Produkte vorstellen und Tipps rund um das Produkt geben. Und wir hätten natürlich auch gerne ein Feedback von ihm.“ Dafür nutze der Konzern Facebook und Twitter statt wie früher in Marktforschung zu investieren. „Hinzu kommt die Ausweitung der E-Commerce-Aktivitäten für unsere Industriekunden im Klebstoffgeschäft.“

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