Trübe Aussicht: Solarworld ist weiter unter Plan

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Trübe Aussicht: Solarworld ist weiter unter Plan

von Mario Brück

Zwar belasten immer wieder Rückschläge die Sanierung des größten deutschen Solarkonzerns. Doch Solarworld-Chef Frank Asbeck gibt sich angriffslustig wie eh und je.

Der Bonner Solarkonzern Solarworld kommt auch nach seiner finanziellen Neuaufstellung auf dem deutschen Markt nicht wieder auf Touren. Während international der Absatz von Solarmodulen im ersten Halbjahr zwar stark stieg, lag das Geschäft mit kompletten Systemen insbesondere aufgrund der Schwäche des deutschen Solarmarktes deutlich unter Plan.

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Sollte sich der Absatz auch im zweiten Halbjahr weiter in Richtung Modulliefergeschäft verschieben, dann sei es „wahrscheinlich“, dass das Ziel, den Konzernumsatz im Jahr 2014 auf mehr als 680 Millionen Euro zu steigern, nicht voll erreicht werde, teilte der Konzern Ende Juli mit. Die Absatzprognose werde dennoch erreicht, hieß es.

Der Umsatz war im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro gestiegen. Solarworld räumte aber ein, dass dieses Niveau aufgrund der Verlagerung im Produktmix leicht unter den eigenen Erwartungen lag. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern schaffte Solarworld in den ersten sechs Monaten den Sprung in die schwarzen Zahlen und erlöste 81 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Solarworld einen Verlust von fast 60 Millionen Euro angehäuft. Bereinigt um die Sondereffekte aus der finanziellen Restrukturierung, der Erstkonsolidierung von Bosch Solar sowie von Wertberichtigungen über 36 Millionen Euro ergab sich allerdings wieder ein negatives Ergebnis in Höhe von knapp 20 Millionen Euro.

Die Fehler von Solarworld

  • Kein Niedrigkostenstandort

    Im Firmenverbund von Solarworld gibt es keinen Niedrigkostenstandort, was für einen Massenhersteller laut Hummel selbst im Premiumsegment unbedingt notwendig sei. Nachdem im Modulgeschäft 2009 aus dem Verkäufer- ein Käufermarkt wurde, versäumte Asbeck, die Eigenfertigung zu verringern, um Kosten zu senken.

  • Kapitalquellen vernachlässigt

    Asbeck verpasste auch, sich neue Kapitalquellen zu erschließen. Alle chinesischen Wettbewerber sind an den US-Börsen notiert. Solarworld beschränkt sich jedoch auf Deutschland, obwohl das Unternehmen zwei Fabriken in den USA besaß.

  • Solarparks der Konkurrenz überlassen

    Viel zu lange hat sich Asbecks Solarworld auf das Geschäft mit Dachanlagen konzentriert und die Bestückung von Solarparks und großen Freiflächen in Deutschland chinesischer Konkurrenz überlassen.

Solarworld hatte sich 2013 einer tiefgreifenden Umschuldung unterziehen müssen, nachdem sich bei dem Bonner Konzern über eine Milliarde Euro Schulden angehäuft hatten und das Grundkapital aufgezehrt war. Daneben sorgte die Konkurrenz aus Asien für einen ruinösen Preiskampf und der Absatz brach infolge der gekürzten staatlichen Fördersätze in Deutschland und anderen Ländern ein. Nach der Restrukturierung und den Kapitalmaßnahmen sitzt der Konzern noch auf Finanzschulden von rund 470 Millionen Euro.

Mitten in der Sanierung muss Solarworld-Chef Frank Asbeck nun einen weiteren Rückschlag hinnehmen, zumindest was das Image des deutschen Branchenprimus angeht. Die US-amerikanische Tochter Solarworld America musste in diesen Wochen ihre Kunden dazu aufrufen, Erdungsklemmen bei zwischen Juni 2011 und Juni 2014 in den USA und Kanada installierten Solaranlagen zu überprüfen. Die Erdungsklemmen müssen verzinnt sein. Erdungsklemmen aus unverzinntem Kupfer können zu Korrosion an der Verbindungsstelle zum Aluminium-Modulrahmen führen, worunter die elektrische Verbindung leiden kann, über die der Modulrahmen in den USA und Kanada geerdet wird.

Der Aufruf ist auf der Webseite der US-Kommission für die Sicherheit von Konsumprodukten veröffentlicht. Grund dieses Aufrufs ist eine nicht vollständige Spezifikation der Erdungsklemmen in der Installationsanleitung, mit der die Module geliefert worden sind. Nach den Angaben der Sicherheitskommission sind Anlagen mit bis zu 1,3 Millionen Solarmodulen in den USA und 210 000 in Kanada betroffen. Bisher ist jedoch erst ein Fall gemeldet, bei dem die falschen Klemmen verwendet wurden.

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