Trumpf-CFO Völker: China-Investment soll Trumpf das Billigsegment sichern

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InterviewTrumpf-CFO Völker: China-Investment soll Trumpf das Billigsegment sichern

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Die Gespräche zwischen Trumpf und JFY dauerten zwei bis drei Jahre.

Deutschlands größter Werkzeugmaschinenbauer Trumpf hat erstmals einen chinesischen Wettbewerber übernommen. CFO Harald Völker verrät, warum das Niedrigpreis-Segment für die Schwaben so wichtig ist.

Herr Völker, die Trumpf-Gruppe hat den Werkzeugmaschinenhersteller JFY aus Yangzhou übernommen. Warum?

Vor fünf Jahren haben wir unsere China-Strategie diskutiert und festgestellt, dass wir in die unteren Marktsegmente hineinkommen müssen. Dort werden mehr als 10.000 Maschinen pro Jahr verkauft, wir haben es aber nicht geschafft, mit unserer Technologie in diese Segmente einzudringen.

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JFY zählt zu den größten chinesischen Anbietern von Werkzeugmaschinen. Wie viel haben Sie für das Unternehmen bezahlt?

Dazu machen wir keine Angaben.

Wie lange haben Sie verhandelt?

Die Gespräche liefen seit zwei drei Jahren.

Warum ist das Niedrigpreis-Segment so attraktiv für Trumpf?

Harald Völker ist der CFO von Deutschlands größtem Werkzeugmaschinenbauer Trumpf Quelle: Presse

Harald Völker ist der CFO von Deutschlands größtem Werkzeugmaschinenbauer Trumpf

Bild: Presse

Die Erfahrung zeigt, dass sich Anbieter einfacher Maschinen weiterentwickeln. Die Anforderungen der Kunden steigen und damit entwickeln sich auch die Märkte weiter. Letztlich müssen wir uns dagegen schützen, dass uns der Markt nicht eines Tages von unten her wegbricht...

...indem die Billiganbieter von einst plötzlich mit hochwertiger Technologie angreifen?

Genau.

Noch sind die Unterschiede aber gigantisch: Trumpf macht im Werkzeugmaschinengeschäft etwa zwei Milliarden Euro Umsatz. JFY kommt auf 70 Millionen. Aber beide Unternehmen produzieren etwa gleich viele Maschinen.

Bei JFY sind sehr einfache Maschinen dabei. Manche würden wir vielleicht gar nicht mehr als Maschine bezeichnen. Betrachtet man nur vergleichbare Anlagen, kostet das chinesische Produkt vielleicht ein Viertel von dem Preis einer Trumpf-Maschine. Unsere Anlagen liegen bei etwa 300.000 bis 500.000 Euro. Die chinesischen bei etwa 100.000 Euro.

Wie weit wollen Sie den Umsatz Ihrer neuen Tochter künftig steigern?

Der Umsatz soll sich in den nächsten drei bis fünf Jahren mindestens verdoppeln. Das hängt aber von der Konjunktur in China ab, wo JFY fast sein gesamtes Geschäft macht.

Und Welches Geschäft bringt die höhere Marge: Das Hochpreis- oder das Billigsegment?

Die Margen dürften in etwa gleich sein.

Wenn sich das Billigsegment wie von Ihnen geplant weiterentwickelt, verspricht es dann in Zukunft eine höhere Marge?

Das wollen wir schwer hoffen. Es hängt aber vom Wettbewerb ab und von der Frage wie gut wir uns mit der neuen Firma in diesen Märkten behaupten können.

Wie groß soll der Asien-Anteil an Ihrem Gesamtgeschäft in den kommenden Jahren werden?

Wir erwarten, dass Asien in drei Jahren mindestens 25 Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmachen wird.

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Im vergangenen Geschäftsjahr 2012/13 hat Trumpf seine Erlöse kaum gesteigert. Das Vorsteuerergebnis ging von 211 auf 154 Millionen Euro zurück. Bei der Bilanzpressekonferenz wirkten Sie etwas enttäuscht.

Wir hatten mehr erwartet, trotzdem haben wir mit 2,34 Milliarden Euro einen Rekordumsatz erzielt. Wenn überhaupt, dann sind wir relativ enttäuscht.

Woran lag's?

Unser Geschäft in Westeuropa ist nicht so gelaufen wie erhofft und China ist weniger stark gewachsen. Zumindest in China wird sich das aber sicher wieder ändern.

Wie werden sich Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 entwickeln?

Ich hoffe besser.

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