TTIP-Diskussion: Maschinenbauer hoffen auf Obama

TTIP-Diskussion: Maschinenbauer hoffen auf Obama

, aktualisiert 02. März 2016, 16:09 Uhr
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Die diesjährige Hannover Messe steht im Zeichen des Besuchs von US-Präsident Obama - ihrem Ehrengast

Quelle:Handelsblatt Online

Die USA haben China 2015 als wichtigsten Einzelmarkt für deutsche Maschinen vom ersten Platz verdrängt. Die Branche hofft auf ein erneutes Wachstum des Absatzes im transatlantischen Markt – und frische Impulse für TTIP.

FrankfurtDie deutschen Maschinenbauer setzen trotz Schwächesignalen der US-Wirtschaft ihre Hoffnung auf den transatlantischen Markt. „Eine deutliche Mehrheit der in den USA tätigen deutschen Maschinenbauer erwartet für das laufende Jahr laut einer neuen Umfrage ein Wachstum ihres Absatzes“, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes VDMA, Ralph Wiechers, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Details der Umfrage will der Verband Anfang April vorstellen. Ende April (25. bis 29.04.) trifft sich die Branche dann zur Hannover Messe, Partnerland sind diesmal die USA.

Im vergangenen Jahr legten die Ausfuhren der mittelständisch geprägten Schlüsselindustrie in die Vereinigten Staaten um 11,2 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro zu. „Die Eröffnung der Messe durch den amerikanischen Präsidenten Barack Obama ist eine große Chance, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den transatlantischen Handelspartnern noch stärker auszubauen“, sagte Wiechers.

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Die Maschinenbauer erhofften sich dadurch auch Impulse für die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen TTIP. TTIP sei für die exportorientierte Maschinenbauindustrie von großer Bedeutung, weil es den Handel zwischen der EU und den USA erheblich vereinfachen könnte, sagte Wiechers. „Als schweren Fehler betrachtet der VDMA daher aktuelle Überlegungen, das vorgesehene Maschinenbau-Kapitel von den Verhandlungen wieder auszunehmen.“

Mit dem Abkommen wollen die EU und die USA die größte Freihandelszone der Welt mit 800 Millionen Menschen schaffen. Viele Details sind allerdings noch umstritten.

Die USA hatten China im vergangenen Jahr als wichtigsten Einzelmarkt für Maschinen „made in Germany“ vom ersten Platz verdrängt. Die Lieferungen in die Volksrepublik gingen um 5,9 Prozent zurück, obwohl einige Sparten eine gestiegene Nachfrage verzeichneten – zum Beispiel Präzisionswerkzeuge, Antriebstechnik und Fördertechnik.

„Für das laufende Jahr rechnen wir nochmals in Summe mit leicht rückläufigen Exporten nach China“, sagte Wiechers. Einen drastischen Einbruch erwarte die Branche derzeit allerdings nicht: „Der chinesische Markt bleibt für den deutschen Maschinenbau auch weiterhin attraktiv.“

Die stark exportorientierte Branche mit gut einer Million Arbeitsplätzen hatte 2015 das verlangsamte Wachstum der chinesischen Wirtschaft ebenso wie die Sanktionen gegen Russland und die Probleme vieler Schwellenländer zu spüren bekommen. Die Produktion stagnierte bei einem geschätzten Volumen von nominal 199 Milliarden Euro.

Quellle:  Handelsblatt Online
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