US-Alukonzern: Alcoa büßt mit Millionen für Bestechungsfall

US-Alukonzern: Alcoa büßt mit Millionen für Bestechungsfall

, aktualisiert 10. Januar 2014, 06:16 Uhr
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Der Aluminiumkonzern Alcoa hat die US-Bilanzsaison mit einem Milliarden-Verlust eingeläutet.

Der Aluminiumkonzern Alcoa legt mit einer Millionenzahlung Bestechungsvorwürfe der amerikanischen Börsenaufsicht SEC und des US-Justizministeriums bei. Die Bilanz für das Schlussquartal 2013 weist einen Milliardenverlust aus.

Der vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte US-Alukonzern Alcoa muss wegen eines Bestechungsfalls tief in die Tasche greifen. Die mehrheitlich gehaltene Vertriebstochter Alcoa World Alumina habe zugegeben, über einen Strohmann ausländische Regierungsmitglieder bestochen zu haben, um an Aufträge zu kommen, erklärte Mythili Raman vom US-Justizministerium am Donnerstag in Washington.

Die Alcoa-Tochter zahlt im Rahmen eines Vergleichs nun insgesamt 384 Millionen Dollar (282 Millionen Euro) an das Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC, um den Fall zu den Akten legen zu können.

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Laut den Ermittlungen hatten Alcoa-Mitarbeiter auf verdeckten Wegen Schmiergelder in Millionenhöhe an Mitglieder der Königsfamilie von Bahrain gezahlt, um an Lieferaufträge für die staatliche Aluminiumschmelze Alba zu kommen. Alcoa selbst verwies darauf, dass es keine Hinweise auf eine Verwicklung von Mitarbeitern des Mutterkonzerns gebe.

Eine drastische Wertberichtigung zugekaufter Schmelzen hat Alcoa zudem tief in die roten Zahlen gerissen. Das Unternehmen schrieb im vierten Quartal einen Verlust von unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Plus von 242 Millionen Dollar. „Wir haben uns von einigen Altlasten befreit“, sagte Kleinfeld am Donnerstag in New York. Alcoa leidet seit einiger Zeit unter schwachen Alupreisen. Kleinfeld hat darauf mit Werksschließungen reagiert, um die Kosten zu senken. Zunächst fallen jedoch finanzielle Belastungen an.

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Zwei große Zukäufe, deren Firmenwert Alcoa in seinen Büchern deutlich nach unten schraubte, reichen zurück in die Jahre 1998 und 2000. Zwischenzeitlich hat Alcoa die Konkurrenz chinesischer Aluschmelzen zu spüren bekommen, was trotz einer hohen Nachfrage nach dem leichten Metall die Preise kaputtmacht. Alleine die Wertberichtigungen schlugen mit 1,7 Milliarden Dollar zu Buche.

Der Umsatz schrumpfte zuletzt um fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Während die Nachfrage aus der Luftfahrt- und Verpackungsindustrie schwächer war, berichtete Alcoa von einem Rekordgeschäft mit der Autoindustrie. Diese setzt Alu unter anderem in Motorblöcken ein. Die Aktie fiel nachbörslich um vier Prozent.

Alcoa ist der erste Großkonzern, der in den USA seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vorlegt. In der kommenden Woche geben Großbanken wie JPMorgan Chase oder die Citigroup ihre Bilanzen bekannt.

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