US-Geschäft: Stunde der Wahrheit für ThyssenKrupp

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US-Geschäft: Stunde der Wahrheit für ThyssenKrupp

von Andreas Wildhagen

Heute läuft nach Auskunft von Bankern die Frist ab, in der sich Interessenten für die unwirtschaftlichen Stahlwerke des deutschen Technologiekonzerns in Brasilien und USA mit Preisvorstellungen melden sollen.

Im Mai kündigten ThyssenKrupp-Manager an, ihre Stahlwerks-Neubauten in Übersee verkaufen zu wollen. Als zu glücklos hat sich das Investment in den vergangenen Jahren erwiesen. Erst belastet eine gewaltige Fehlinvestition und ein dramatisches Überschreiten des Budgets um gut das Dreifache die Rechnung, dann gesellte sich das ausgesprochenes Pech hinzu: Der Stahlmarkt in den USA ist dabei, wegzubrechen. Kurzum: Die Rechnung von ThyssenKrupp geht nicht auf. Investmentbanker in Frankfurt gaben inzwischen unter der Hand die Frist Freitag, den 28. September an. Bis dahin, also bis Mitternacht, müssen die Gebote für Kaufinteressenten für die beiden Stahlwerke, ein Hütte für Stahl in Brasilien und ein Walzwerk in Alabama vorliegen.

Branchenbeobachter halten Hiesingers Vorstellungen für Überzogen

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ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat bereits die Katze aus dem Sack gelassen: 7 Milliarden Euro will er für die beiden Großaggregate haben, auf die ThyssenKrupp-Manager in den vergangenen Jahren so viel Blut, Schweiß und Tränen vergeudet haben. Branchenbeobachter in den USA, aber auch in Asien halten die Preisvorstellung des früheren Siemens-Managers für reichlich überzogen: Fest steht, dass es schwer wird, viel Geld für Stahlwerke zu bekommen, die jährlich eine Milliarden Euro Verlust einfahren. Analysten der UBS haben den Wert beider Fabriken auf höchstens drei Milliarden Euro beziffert.

Der Kreis der Interessenten, die heute ihre Kaufpreisvorstellungen vorlegen, ist ebenfalls durchgesickert, die japanische Nippon Steel, die chinesische Baosteel, die südkoreanische Posco und der vom indischen Stahltycoon Lakshmi Mittal geführte luxemburgisch-französische Weltmarktführer ArcelorMittal. Auch der brasilianische Stahlhersteller CSN wird ein Angebot für das brasilianische ThyssenKrupp-Werk abgeben. Die Brasilianer befürchten eine Überfremdung ihres Stahlmarktes durch Asiaten und bevorzugen eine nationale Lösung. Der brasilianische Erzkonzern Vale hält ein Viertel an dem Werk und spricht bei jeder Verkaufsverhandlung und Prüfung von Kaufofferten ein Wörtchen mit.

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