US-Rüstungsfirma : Orbital ATK verklagt Heckler & Koch auf 25 Millionen Euro

US-Rüstungsfirma : Orbital ATK verklagt Heckler & Koch auf 25 Millionen Euro

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Das Logo des Waffenherstellers Heckler & Koch

Der US-Rüstungskonzern Orbital ATK wirft Heckler & Koch Vertragsbruch vor und verklagt den deutschen Waffenhersteller auf 25 Millionen Euro. Beide Unternehmen sollten zusammen ein Hightech-Gewehr produzieren.

Der US-Rüstungskonzern Orbital ATK hat den deutschen Waffenhersteller Heckler & Koch wegen Vertragsbruchs verklagt. Das Unternehmen fordere Schadenersatz in Höhe von mehr als 27 Millionen Dollar (25 Mio Euro), teilte das Unternehmen aus Oberndorf in Baden-Württemberg in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt mit.

Die wichtigsten Antworten zu deutschen Waffenexporten

  • Was hat die schwarz-rote Regierung im Vorjahr genehmigt?

    Nach dem Rüstungsexportbericht wurden 2015 Einzelgenehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt - das ist fast doppelt so viel wie im Jahr davor. 

  • Was sagt Gabriel, der die Rüstungskonzerne an die kurze Leine nehmen wollte, dazu?

    Gabriel macht für den sprunghaften Anstieg die Vorgänger-Regierung von FDP und Union verantwortlich. Schwarz-Gelb hatte vor der dann verlorenen Bundestagswahl etwa einer Lieferung von Leopard-Kampfpanzern und Panzerhaubitzen an das Emirat Katar zugestimmt - im Wert von 1,66 Milliarden Euro. Gabriel sagt, ihm seien rechtlich die Hände gebunden, er habe den Deal nicht widerrufen können. Das stimmt nicht ganz - der Bund hätte in diesem Fall nur hohen Schadenersatz zahlen müssen. Kanzlerin Merkel und die Union pochten auf Vertragstreue gegenüber Katar. Der starke Anstieg bei den Rüstungsexporten 2015 geht auch auf die Lieferung eines U-Bootes an Israel und von vier Tankflugzeugen für Großbritannien zurück.

  • Gibt es im laufenden Jahr eine Trendwende?

    Nein. In den ersten sechs Monaten 2016 genehmigte die Bundesregierung die Ausfuhr von Waffen und Ausrüstung im Wert von 4,029 Milliarden Euro - mehr als eine halbe Milliarde mehr als im Vorjahreszeitraum. Größter Batzen im ersten Halbjahr war eine Fregatte für Algerien, die eine Milliarde Euro kostet. 

  • Kann Gabriel auch Erfolge vorweisen?

    Ja. In seiner Amtszeit sind die Kleinwaffenexporte stark zurückgegangen. Bei Lieferungen in problematische Länder außerhalb von EU und Nato, in denen die Menschenrechtslage heikel ist, ist die Regierung sensibler geworden. Der Begriff „Kleinwaffen“ selbst ist aber schon eine Verniedlichung: Mit Maschinenpistolen, Handgranaten und tragbaren Raketenwerfern werden in Bürgerkriegen wie in Syrien die meisten Zivilisten getötet.

  • Was sagen Gabriels Kritiker?

    Der Opposition reicht der Rückgang bei den Kleinwaffen-Geschäften nicht. So fordert der Linkspartei-Experte Jan van Aken seit langem ein komplettes Exportverbot für Kleinwaffen, die die „Massenvernichtungswaffen“ des 21. Jahrhunderts seien. Für die Grünen ist Gabriel als Anti-Rüstungsminister entzaubert: „Mit den nochmals gestiegenen Halbjahreszahlen für 2016 hat der Bundeswirtschaftsminister endgültig den letzten Rest an Glaubwürdigkeit verloren“, sagt Agnieszka Brugger von den Grünen. 

  • Ist die Rüstungsindustrie zufrieden?

    Das hängt davon ab. Die gestiegenen Summen gehen ja teils auf Großaufträge zurück, die längst eingepreist sind. Die Branche leidet seit langem unter den Kürzungen der Wehretats in der westlichen Welt. Eine Antwort sind Fusionen wie der Zusammenschluss der deutsch-französischen Panzerschmieden Krauss Maffei und Nexter. Wegen des Konflikts mit Russland wird die Nato zum Schutz Osteuropas aufrüsten. Das dürfte neue Aufträge bringen. Auch von der Bundeswehr. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte unlängst viele Milliarden zusätzlich, damit Deutschland seine Verpflichtungen in der Nato erfüllen kann. 

Aus der bereits am 26. Januar bei einem US-Gericht in Minnesota eingereichten Klageschrift geht hervor, dass sich der Rechtsstreit um einen gemeinsamen Rüstungsauftrag dreht, bei dem Heckler & Koch als Subunternehmer agierte.

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Die US-Firma will die Deutschen per richterlicher Verfügung zur Herausgabe geschützter Urheberrechte zwingen lassen, um den Auftrag mit einem anderen Partner fertigstellen zu können. ATK und Heckler & Koch sollten zusammen das Hightech-Gewehr XM25 für das US-Verteidigungsministerium entwickeln. Doch die Deutschen hätten ihren vertraglich vereinbarten Part nicht erfüllt, so der Vorwurf des US-Konzerns. Deshalb habe man die Partnerschaft im Januar aufgekündigt.

Heckler & Koch wies die Anschuldigungen „auf Basis der vorliegenden Informationen“ in allen Punkten zurück. Allerdings sei die Klageschrift vom Gericht noch nicht formal zugestellt worden.

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