Verdacht illegaler Abfallentsorgung : Durchsuchungen erschüttern K+S

Verdacht illegaler Abfallentsorgung : Durchsuchungen erschüttern K+S

, aktualisiert 09. September 2015, 14:20 Uhr
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Vier Büros des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S wurden durchsucht.

In mehreren Bundesländern durchsuchen Ermittler Geschäftsräume des Kali-Konzerns K+S. Es geht um die Versenkung von Salzlauge in der Gerstunger Mulde. Die Ermittlungen dazu laufen bereits seit Jahren.

Der Salz- und Düngemittelkonzern K+S gerät wegen des Verdachts der unerlaubten Abfallentsorgung ins Visier der Behörden. Ermittler durchsuchten am Mittwoch Büros und Geschäftsräume des Kasseler Unternehmens, wie das Landeskriminalamt Thüringen in Erfurt mitteilte. Ausgangspunkt sei eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen aus dem Jahr 2008.

Im Zentrum der Durchsuchungen stünden seit den frühen Morgenstunden Büro- und Geschäftsräume von K+S sowie Privathäuser in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Der Tatvorwurf richte sich gegen Verantwortliche des Unternehmens sowie Tochtergesellschaften in Kassel, Unterbreizbach und Philippsthal.

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Die Gemeinde Gerstungen wirft K+S nach Angaben des Landeskriminalamts vor, von 1999 bis 2007 insgesamt 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall, insbesondere Salzlauge, in unterirdische Gesteinsschichten der Gerstunger Mulde versenkt zu haben. Nach Einschätzung des Landeskriminalamts sind die erforderlichen Voraussetzungen zur Versenkung von Kaliabwässern nach dem Wasserrecht aber nicht gegeben gewesen, wie eine Sprecherin sagte.

K+S Potash bereitet offenbar feindliche Übernahme vor

Der kanadische Düngemittelkonzern Potash will den deutschen Konkurrenten K+S laut eines Zeitungsberichts im Zweifelsfall feindlich übernehmen. Die Hessische Landesregierung dementiert das.

Die Logos von Potash und K+S Quelle: dpa

Wegen der geologischen Beschaffenheit der Gerstunger Mulde habe damit gerechnet werden müssen, dass die versenkte Salzlauge nicht wie angenommen in den Gesteinsschichten bleibe, sondern sich unkontrolliert ausbreite. Die Ermittlungen seien erst jetzt erfolgt, da zunächst umfangreiche Behörden- und Gerichtsakten sowie wissenschaftliche Gutachten aus mehreren Jahrzehnten ausgewertet hätten werden müssen, sagte die Sprecherin des Landeskriminalamts.

Ein K+S-Sprecher sagte, das Unternehmen habe die Genehmigung des Landesbergamts Thüringen für die Entsorgung für den genannten Zeitraum gehabt. "Wir kooperieren mit den Ermittlungsbehörden in dieser Angelegenheit vollumfänglich." Nach Einschätzung der Gemeinde Gerstungen hätte K+S diese Genehmigung gar nicht erst erteilt werden dürfen, wie Bürgermeister Werner Hartung zu Reuters sagte.

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K+S hatte sich vor knapp einem Jahr nach jahrelangen Diskussionen mit dem Land Hessen auf den Umgang mit seinen salzigen Abwässern geeinigt, die bei der Kaligewinnung anfallen. Bei Umweltschützern steht der Konzern deshalb seit Jahren in der Kritik. Das Unternehmen sagte den Bau einer rund 140 Kilometer langen Pipeline zu, durch die ab 2021 Abwässer vom nordhessischen Bergbaurevier bis in die Oberweser gepumpt werden sollen. So soll eine zu starke Salz-Belastung des Flusses Werra verhindert werden.

Zusätzlich errichtet der Dax-Konzern eine weitere Reinigungsanlage. K+S hat beantragt, noch bis 2021 Abwässer des Werkes Werra ausschließlich am Standort im osthessischen Philippsthal zu versenken. Die bisherige Genehmigung läuft bis November 2015.

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