Volkswagen und Dieselgate: Was VW-Fahrer zum Riesen-Rückruf wissen müssen

Volkswagen und Dieselgate: Was VW-Fahrer zum Riesen-Rückruf wissen müssen

, aktualisiert 25. Januar 2016, 15:28 Uhr
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Volkswagen muss weltweit bei bis zu 11 Millionen Autos nachbessern.

von Christian SchnellQuelle:Handelsblatt Online

Es ist ein Rückruf der Superlative: Volkswagen muss in den kommenden Monaten bis zu 11 Millionen Diesel-Fahrzeuge umrüsten. Ende der Woche soll es bereits losgehen. Was betroffene Kunden jetzt wissen müssen.

FrankfurtDie Zahlen sind gigantisch: Bis zu 11 Millionen Diesel-Fahrzeuge müssen weltweit in nächster Zeit umgerüstet werden, davon 8,5 Millionen in Europa, 2,4 Millionen in Deutschland. Eine logistische Mammutaufgabe, die die Werkstätten zusätzlich zum Tagesgeschäft um Service, Ölwechsel und Reifendienst bewältigen müssen. Hier die wichtigsten Antworten, die betroffene Kunden jetzt wissen müssen.

Wie erfahre ich, wann ich in die Werkstatt muss?
Betroffene Kunden werden angeschrieben. Anschließend sollten sie mit ihrer Werkstatt einen Termin vereinbaren. Die rund 2200 Werkstätten in Deutschland, die mit dem Rückruf befasst sind, werden hierbei wegen der betroffenen Fahrzeuge sicher selbst Termine anbieten.

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Aber auch der Kunde kann selbst Terminvorschläge machen, wenn er es aus beruflichen oder privaten Gründen nicht zu einem vorgeschlagenen Termin schafft. Wichtig ist jedoch, dass der Kunde einen einmal vereinbarten Termin auch pünktlich einhält, damit nicht der gesamte Ablauf in der Werkstatt anschließend in Verzug gerät.

Wie viel Zeit muss ich mitbringen?
Volkswagen selbst spricht bei den Motoren mit 1,2 und 2,0 Litern Hubraum von einem Zeitraum von rund einer halben Stunde je Fahrzeug. Bei den 1,6 Liter-Motoren ist es rund eine Stunde. Hinzu kommt noch etwas Zeit für Papierkram.

Was wird konkret am Motor gemacht?
Bei den 1,2 und 2,0 Liter Motoren genügt ein Update der Software. Das Auto wird also auf den Prüfstand gefahren, dort angeschlossen. Nach einer knappen halben Stunde ist alles erledigt. Etwas komplexer wird es ab September, wenn die betroffenen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum in die Werkstätten müssen. Dort muss zum Update der Software noch ein Gitternetz eingebaut werden, damit der Motor anschließend den Umweltstandards entspricht. Diese Bauteile werden erst gerade gefertigt, deswegen kann der Rückruf erst im September beginnen.


Entstehen dem Kunden Kosten?

Wie ist die Reihenfolge beim Rückruf?
Es geht nach Motoren, anschließend nach Modellen. Den Anfang macht diese Woche der größte Motor mit 2,0 Litern Hubraum. Ab April kommt der kleine Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum an die Reihe, ab September der 1,6 Liter Motor. Bei den Modellen macht diese Woche der Pick-up Amarok den Anfang. Er gilt auch als Testlauf, ist dieses Modell doch wegen der geringen Stückzahlen am wenigsten betroffen.
Spannender wird es dann ab Februar, wenn der weitaus stärker verbreitete Passat an die Reihe kommt. Spätestens dann kommt es in den Werkstätten zum ersten Härtetest. Die weitere Reihenfolge wird dann Schritt für Schritt bekannt gegeben. Bei den Töchtern Audi, Skoda und Seat geht man in gleicher Reihenfolge vor.

Führen nur VW-Händler die Umrüstung durch?
Neben den knapp 2200 VW-Partnern gibt es zwar noch eine kleinere, nicht näher bekannte Zahl von autorisierten Servicebetrieben. Diese decken nur die ebenfalls vom Rückruf betroffenen VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge ab, nicht aber gleichzeitig auch die Kernmarke VW-Pkw. Diese Zahl dürfte zu vernachlässigen sein. Die freien Kfz-Werkstätten sind außen vor. „Um die vorgeschriebenen Dokumentationspflichten zu erfüllen, soll die Umsetzung der vom Hersteller vorgegebenen Nachbesserungsarbeiten beim jeweiligen Vertragspartner erfolgen“, erklärt ein VW-Sprecher die Vorgabe.

Entstehen mir als Kunde Kosten?
Nein, die Kosten übernimmt komplett Volkswagen. Das gilt auch für ein Ersatzfahrzeug, sollte der Kunde keine Zeit haben, um auf die Umrüstung zu warten.

Und was erwartet mich als Kunde sonst noch?
Viele Händler werden die Situation sicherlich nutzen, um den Kunden möglicherweise auf ein neues Fahrzeug anzusprechen. Durchaus denkbar ist es, dass hier sehr attraktive Angebote dabei sein werden. Das liegt aber alles im Verantwortungsbereich des lokalen Händlers. Wer hier auf Zack ist, der schafft es, aus einem ursprünglichen Nachteil sogar einen Vorteil zu machen. Für ihn und für den Kunden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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