Vor den Beiersdorf-Jahreszahlen: Geht Nivea bald die Puste aus?

Vor den Beiersdorf-Jahreszahlen: Geht Nivea bald die Puste aus?

Bild vergrößern

Nivea, die Kultmarke von Beiersdorf.

von Mario Brück

Beiersdorf, der Hersteller der blau-weißen Kultmarke Nivea, ist im vergangenen Geschäftsjahr langsamer gewachsen und der Aktienkurs entwickelt sich unterdurchschnittlich. Der Turnaround des Dax-Konzerns könnte scheitern.

Der Hamburger Dax-Konzern und Nivea-Hersteller Beiersdorf hat seinen Wachstumskurs auch 2014 fortgesetzt. Allerdings hat sich das Tempo verlangsamt. Während Beiersdorf 2013 noch mehr als sieben Prozent Umsatz draufpacken konnte, steigerten die Hamburger die Erlöse im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 lediglich um 4,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr sei von  „schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ belastet gewesen, teilte das Unternehmen bereits Mitte Januar bei der Vorlage der nicht testierten Geschäftszahlen mit, die sich allerdings vorrangig auf die Umsätze bezogen. Am Freitag wird der Dax-Konzern sein Jahresabschluss für 2014 bekannt geben.

Im Mittelpunkt stehen bei Vorlage des Geschäftsberichts dann vor allem Aussagen zur weiteren strategischen Entwicklung und zur Gewinnentwicklung. Wie prognostiziert will Beiersdorf im Gesamtjahr vor Sondereffekten eine Umsatzrendite von über 13 Prozent vor Steuern und Zinsen erreichen.

Anzeige

Beiersdorf hatte sich zuletzt trotz schwieriger Marktbedingungen recht zuversichtlich geäußert. Für das gerade angelaufene Geschäftsjahr zeigten sich die Hamburger Mitte Januar noch zuversichtlich. „Beiersdorf hat einen Grad an Stabilität und Stärke erreicht, der uns auch für 2015 positiv stimmt“, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Heidenreich, der seit knapp drei Jahren im Amt ist und vom Schweizer Marmeladenhersteller Hero (Schwartau) gekommen war.

Mit der Konzentration auf Nivea und Tesa feierte der gebürtige Kieler einen Erfolg nach dem anderen. Nach starken Zahlen für 2013 und nachdem er fast den gesamten Vorstand vor die Tür gesetzt hatte, darf Heidenreich seinen Job bis zum Ende des Jahrzehnts behalten. Sein Vertrag war vor einem Jahr vorzeitig um fünf Jahre bis Ende 2019 verlängert worden.

Andrew Wood, Analyst von Bernstein Research, rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Verkauf der Aktie. Der Analyst rechnet zwar mit einer guten Umsatzentwicklung und Verbesserungen bei Margen und Gewinn je Aktie. Dies reiche jedoch nicht, um die derzeitige Bewertung der Beiersdorf AG zu rechtfertigen. Woods ist der Meinung, die Beiersdorf-Aktie habe schon zwei Jahre lang stark zugelegt.

Probleme bei Beiersdorf

Dennoch sei die Hoffnung, dass sich Beiersdorf als die neue Turnaround-Story im europäischen Konsumgüterbereich erweisen könnte, im Sande verlaufen, und trotz der zuletzt unterdurchschnittlichen Kursentwicklung sei die Aktie immer noch teuer. Für „schon sehr teuer“, halten auch die Analysten von Warburg die Beiersdorf-Anteilsscheine. Dennoch stehen sie weiter auf der Kaufliste.

Dass der Kosmetikkonzern sein erklärtes Erlösziel überhaupt noch erreichen konnte, lag ausnahmslos am starken vierten Quartal. Beiersdorf konnte damit sogar die Erwartungen von Analysten übertreffen. Nominal schmälerten 2014 vor allem Währungseffekte die Umsatzzuwächse und drückten das Plus auf 2,3 Prozent. Vor allem die Rubelabwertung in Russland und die schwächelnden Währungen in Argentinien und Venezuela machten den Hamburgern zu schaffen.

Im Geschäftsbereich Haut- und Körperpflege steigerten die Hamburger ihre Erlöse 2014 organisch um 4,8 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Nominal fiel das Plus mit 2,1 Prozent deutlich geringer aus. Zum Wachstum trugen mit Nivea, Eucerin und La Prairie alle drei Kernmarken bei.

Weitere Artikel

In der Klebstoffsparte Tesa, die ebenfalls zum Beiersdorf-Konzern gehört, legte der Umsatz organisch um 4,4 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zu. Nominal lag das Plus mit 3,7 Prozent nur leicht darunter.

Der Hamburger Nivea-Hersteller hat schwere Jahre hinter sich. Eine verfehlte Markenstrategie, die globale Wirtschaftsschwäche und der intensive Wettbewerb hatten den Konzern hinter Konkurrenten wie Henkel, Unilever oder L‘Oreal zurückfallen lassen. Ende 2010 startete dann ein Umbau, der Früchte trägt. Etliche Produkte wurden aus den Regalen genommen und das Geschäft auf starke Marken wie Nivea ausgerichtet. Zudem wurde die Präsenz in den Schwellenländern gestärkt.

Beiersdorf gehört zu knapp über 50 Prozent der Hamburger maxingvest AG, zu der auch der Hamburger Kaffeeröster Tchibo gehört. Fast zehn Prozent der Aktien befinden sich zudem im Eigenbesitz der Beiersdorf AG.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%