Wachstumsförderung: Neuer Panda soll Fiat krisenfest machen

Wachstumsförderung: Neuer Panda soll Fiat krisenfest machen

, aktualisiert 15. Dezember 2011, 18:42 Uhr
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Fiat-Chef Sergio Marchionne präsentiert Stolz den neuen Panda.

von Regina KriegerQuelle:Handelsblatt Online

Ein alter Bekannter soll's richten: Fiat produziert eine neue Version des beliebten Kleinwagen Panda. Konzernchef Marchionne setzt außerdem auf flexiblere Arbeitsverträge um die Konzernsanierung voran zu treiben.

DüsseldorfDie praktische Kiste ist wieder da: Im umgebauten Werk in Pomigliano in der Nähe von Neapel hat Fiat gestern seinen neuen Kleinwagen vorgestellt – einen überarbeiteten Panda der dritten Generation. Das Modell war neben dem Cinquecento eines der beliebtesten und meistverkauften Autos in Italien. Mit einer Investition von 800 Millionen Euro will Fiat künftig pro Tag 1050 Autos pro Tag vom Band schicken. In früheren Jahren wurde in Pomigliano der Alfasud hergestellt, zuletzt der Alfa 159.

„Die Zukunft von Fiat Chrysler liegt in den Produkten“, sagte Fiat-Präsident John Elkann in Pomigliano. Seit September haben die beiden Autoproduzenten ein gemeinsames Management. Die Italiener waren 2009 bei Chrysler eingestiegen und besitzen mittlerweile mit 53,5 Prozent die Mehrheit an dem amerikanischen Autobauer. „Wir setzen unseren Produktionsplan um“, so Elkann, „als globale Gruppe mit 190 000 Mitarbeitern in 120 Ländern, 53 Fertigungsstätten, elf Linien und 56 Produkten.“

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Elkann sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne, der in Italien in die Kritik geraten ist, die volle Unterstützung zu. Gegen die einflussreiche Metallergewerkschaft Fiom hatte Marchionne erst am Dienstag einen Sieg errungen: alle anderen Gewerkschaften unterzeichneten in Turin einen neuen, flexiblen Arbeitsvertrag für die 86 200 italienischen Fiat-Mitarbeiter.

Zuvor war Marchionne aus dem Industrieverband Confindustria ausgetreten und hatte alle bestehenden Vereinbarungen gekündigt. Den neuen Gesamttarifvertrag mit flexibleren Arbeitsbedingungen, darunter zusätzliche Schichten auch samstags und kürzere Pausen, hatte Marchionne zur Bedingung für künftige Investitionen gemacht. Er nannte die Einigung eine historische Wende, denn die alten Arbeitszeitmodelle hätten die italienischen Werke im Laufe der Jahre weg vom Standard der restlichen Welt geführt.

Immer wieder war Fiat vorgeworfen worden, sich aus Italien zurückziehen und die Konzernspitze in die USA verlegen zu wollen. Zuletzt wurde das Werk im sizilianischen Termini Imerese geschlossen, in dem der Lancia Y gebaut wurde.

Gestern erklärte Marchionne, Fiat werde seinen Teil dazu beitragen, das Wachstum in Italien zu fördern, „denn es ist nicht nur die Aufgabe der Politik, dass das Land wieder auf die Beine kommt“. Fiat wolle keine Hilfe von niemandem, aber auch in seiner Sanierungsarbeit nicht behindert werden.

Im dritten Quartal hat Fiat vor allem wegen guter Chrysler-Geschäfte einen Überschuss von 851 Millionen Euro erzielt. Allerdings erhöhten sich die Nettoschulden auf 5,8 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr als von Branchenexperten vorhergesagt. Der Umsatz habe bei 17,6 Milliarden Euro gelegen, teilte Fiat bei der Vorstellung der Zahlen von Juli bis September mit.

Die Umsatzziele für 2011 würden eingehalten, bekräftigte Marchionne nach Angaben von Bloomberg. Für das Jahr 2012 sei aber eine Revision möglich, da die Schuldenkrise in Europa die Nachfrage nach Autos schmälere. Die Märkte in den USA und in Südamerika liefen gut.

Quelle:  Handelsblatt Online
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