Wachstumsziel verfehlt: Nestlé kommt nicht recht auf Touren

Wachstumsziel verfehlt: Nestlé kommt nicht recht auf Touren

von Mario Brück

Nestlé hat im vergangenen Geschäftsjahr 2013 sein Wachstumsziel verfehlt, weil die Dynamik in den Schwellenländern nachgelassen hat.

Der größte Lebensmittelkonzern der Welt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem organischen Wachstum von 4,6 Prozent das im August noch anvisierte „herausfordernde“ Ziel von fünf Prozent verfehlt und blieb damit zum ersten Mal seit 2009 unter dem langfristigen Ziel von fünf bis sechs Prozent. Der Umsatz der Schweizer stieg 2013 um 2,7 Prozent auf 92,2 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht etwa 75 Milliarden Euro. Auch dieser Wert lag leicht unter den Schätzungen von Analysten, die von 93 Milliarden Schweizer Franken ausgegangen waren. Die bekanntesten Marken der Schweizer in Deutschland sind Buitoni-Nudeln, die Mineralwässer Contrex und Vittel, der Kultkaffee Nespresso, Wagner-Pizza, Herta-Wurst, Smarties, Choco-Crossies sowie die Kleinkindernahrung Alete.

Im Vergleich mit dem großen Wettbewerber, dem niederländisch-britischen Unilever-Konzern mit Marken wie Knorr, Dove, Langnese, Rama oder Lätta fällt auf: Während Nestlé das schwächere Wachstum in den Schwellenländern eher bremste, meldete Unilever kürzlich, dass bessere Geschäfte in den Schwellenländern im abgelaufenen Jahr überraschend hohe Gewinne gebracht hätten.
Kräftiges Wachstum in Asien und Südamerika hatte den weltweit zweitgrößten Konsumgüterkonzern Unilever trotz des Preiskampfs in Europa im vierten Quartal auf Kurs gehalten.

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Kooperation mit CDI Nestlé will Nahrung an menschlichen Zellen testen

Nestlé kennt man vor allem von Babybrei und Instantkaffee - nun will der Konzern in die Nahrungsmittelforschung einsteigen. Dazu vereinbarte Nestlé eine langfristige Kooperation mit einer US-Biotechnologiefirma.

Eine Wissenschaftlerin arbeitet mit Zellen in Zellkulturschalen. Der Nahrungskonzern Nestlé will an Stammzellen den Zusammenhang von Nahrung und Krankheiten erforschen. Quelle: dpa

Während der um Währungsschwankungen und Zukäufe bereinigte Unilever-Umsatz in Europa und auch in den USA schrumpfte, ging er in Asien um fast sieben und in Lateinamerika sogar um mehr als zwölf Prozent nach oben. Für das Gesamtjahr 2013 ergab sich ein ähnliches Bild: Während der Umsatz in den Industrieländern schrumpfte, legten die Schwellenländer kräftig zu. Dort macht Unilever inzwischen deutlich mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Insgesamt verlangsamte sich das Wachstum aber. Nach knapp sieben Prozent im Jahr 2012 legte der Umsatz 2013 nur noch um etwas mehr als vier Prozent zu. Unter dem Strich blieben mit 4,84 Milliarden Euro fast elf Prozent mehr Gewinn als vor einem Jahr.

Beim Schweizer Konkurrenten Nestlé sank der Gewinn hingegen um 600 Millionen auf zehn Milliarden Franken. Das entspricht etwa rund acht Milliarden Euro. Das organische Wachstum der Gruppe war laut Nestlé „breit abgestützt“, mit 5,1 Prozent in Nord- und Südamerika, 0,8 Prozent in Europa und 7,4 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Das Geschäft in den Industrieländern wuchs um ein Prozent und erzielte einen Umsatz von 51 Milliarden Franken. In den aufstrebenden Märkten wuchsen die Verkäufe um 9,3 Prozent auf 41 Milliarden Franken. „Das makroökonomische Umfeld war 2013 geprägt von geringem Wachstum, das in den Industrieländern minimal und in den aufstrebenden Märkten niedriger als zuvor war. Als Antwort darauf haben wir die Markenunterstützung verstärkt, Innovationen beschleunigt und sichergestellt, dass unsere Preisanpassungen die Konsumentenbedürfnisse berücksichtigen. Dies gab unserem internen Realwachstum Schwung und trug zusammen mit Effizienzgewinnen und strukturellen Kostenersparnissen zur Verbesserung unserer Margen und zum starken Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit bei“ so Bulcke in einer Mitteilung.

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