Werbestreit: Coca-Cola riskiert den Flaschenkrieg

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Werbestreit: Coca-Cola riskiert den Flaschenkrieg

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Riskanter Streitfall: Sodastream-Werbung am Flughafen Johannesburg mit Coke-Flaschen

von Oliver Voß

Ein kleiner Sprudelgerätehersteller wirbt mit leeren Plastikflaschen. Coca-Cola geht gerichtlich dagegen vor. Der Beklagte nutzt die Steilvorlage für weitere Werbeattacken.

Wer in diesen Tagen in Johannesburg in ein Flugzeug steigt, hat gute Chancen auf einen beeindruckenden Haufen Plastikflaschen zu stoßen. 5078 leere Pullen stapeln sich an dem Flughafen in einem Metallkäfig, so viele wie eine südafrikanische Familie durchschnittlich in drei Jahren kauft.     

Aufgestellt hat ihn die israelische Firma Sodastream. Sie weist damit auf die Müllberge hin, die durch Getränkeflaschen entstehen vor allem aber wirbt Sodastream damit für seine Sprudelgeräte. Wer sich damit aus Leitungswasser selbst Erfrischungsgetränke zubereitet schont die Umwelt, lautet die Botschaft.

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Diese Marketingidee ist sicherlich ganz clever, doch richtig Aufsehen hat sie erst durch einen Brandbrief der Konkurrenz bekommen. Denn Coca-Cola protestierte Anfang des Monats dagegen, dass unter den Flaschen auch viele des Getränkeriesen zu finden sind.

„Das ist lächerlich“, schimpft Sodastream-Chef Daniel Birnbaum im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. Sein Unternehmen hätte sich schließlich die Coke-Flaschen nicht bewusst herausgesucht, doch wenn man tausende Plastikflaschen vom Müll hole, seien natürlich auch welche vom Marktführer dabei. „Wenn Coca-Cola seinen Müll zurückhaben möchte, können sie ihn haben“, sagt Birnbaum, „dann sollen sie den aber auch überall einsammeln“.

Attacke in Deutschland

Die Aufforderung, den Käfig zu entfernen, ignoriert Birnbaum und hofft nun sogar auf ein Gerichtsverfahren. Doch ob es Coca-Cola darauf ankommen lässt ist fraglich, denn schon jetzt ist die Unterlassungserklärung nach hinten losgegangen. Denn Sodastream nutzt die Post vom gegnerischen Anwalt als Steilvorlage. Am Wochenende stellte das Unternehmen in Atlanta, der Heimatstadt des Limonadengiganten, ein Flaschengatter auf – direkt gegenüber des Coca-Cola-Museums.

Dabei gibt es die Installationen inzwischen in 20 Ländern, die erste wurde bereits vor zwei Jahren in Belgien aufgestellt. Auch in der Heimat der Cola sind die Käfige nicht neu, es gab bereits welche am New Yorker Times Square oder in Chicago. Warum Coca-Cola ausgerechnet jetzt und nur in Südafrika dagegen vorgeht ist unklar. Das Unternehmen wollte sich offiziell zu den Gründen nicht äußern.

Doch Birnbaum nutzt die Gelegenheit, sich als David im Kampf gegen Goliath zu inszenieren und geht auch in anderen Ländern auf Konfrontationskurs. „Wir werden auch in Deutschland einen Käfig aufstellen“, sagt der Sodastream-Chef. Derzeit werde noch nach einem geeigneten Standort gesucht.  

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