Werkschließung: Das Ende für Nokia Siemens rückt näher

Werkschließung: Das Ende für Nokia Siemens rückt näher

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Standort von Nokia Siemens Networks

von Michael Kroker

Schlechte Aussichten für die Produktion der deutsch-finnischen Firma: Die Tage des angeschlagenen Netzausrüsters am Standort Deutschland scheinen gezählt. Dabei schreibt das Unternehmen erstmals schwarze Zahlen.

Darauf hatten die Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks (NSN) in Deutschland lange gewartet. Als Finanzchef Marco Schröter Ende Oktober unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor die Beschäftigten in der Landeszentrale in München trat, konnte er erstmals gute Nachrichten überbringen. Einen Nettogewinn von 33 Millionen Euro im dritten Quartal dieses Jahres habe Schröter präsentiert, berichten Teilnehmer der Veranstaltung – die ersten schwarzen Zahlen überhaupt seit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens von Siemens und Nokia im Jahr 2007.

NSN, der seit Jahren krisengeplagte Netzhersteller der beiden Konzerne, auf dem Weg der Gesundung? Die Rosskur, die Vorstandschef Rajeev Suri dem ungeliebten Ableger verordnete, endlich von Erfolg gekrönt?

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Die Hoffnung, die Finanzchef Schröter an der Isar verbreitete, trügt. Nachdem NSN vor zwei Wochen überraschend angekündigt hat, den e schließen zu wollen, grassieren im Unternehmen düstere Vorahnungen.

Umsatz und Ertrag im Quartal von Nokia Siemens Networks

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Anlass dafür gibt etwa eine interne Mail des NSN-Managements von Ende November, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Darin schreiben die beiden Geschäftsführer von NSN in Deutschland, Hermann Rodler und Olaf Horsthemke, sie müssten „zur Erreichung unserer weltweit geplanten Kosteneinsparungen weitere Maßnahmen umsetzen“. In einer weiteren Mail von vergangener Woche betonen Rodler und Horsthemke gemeinsam mit NSN-Vorstand Samih Elhage: „Dies bedeutet auch, dass das Unternehmen seine Fertigung wettbewerbsfähig aufstellen muss. Vor diesem Hintergrund überprüft NSN verstärkt seine weltweite Produktion. Dabei werden beispielsweise Möglichkeiten zur stärkeren Kooperation mit Drittanbietern in Betracht gezogen.“

Trübe Aussichten für die Produktion in Deutschland also. Betriebs- und Aufsichtsräte sehen längst andere Anzeichen, dass NSN mittelfristig mit seinen verbleibenden 4200 Mitarbeitern hierzulande fast ganz verschwinden wird. „Die jetzigen Ankündigungen wirken wie der Anfang eines geordneten Rückzugs aus Deutschland“, sagt ein Verantwortlicher aus ebendiesem Umfeld. „Viele NSN-Beschäftigte erwarten, dass Deutschland als wichtiger NSN-Standort komplett dichtgemacht wird und nur eine Service-Einheit übrig bleibt.“

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