Werner Wenning: Ein neuer Dax-Konzern?

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InterviewWerner Wenning: Ein neuer Dax-Konzern?

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Werner Wenning, 68, begann 1966 als Lehrling bei Bayer und arbeitete sich in die Top-Positionen des Konzerns hoch: Zwischen 2002 und 2010 amtierte er als Vorstandschef, seit 2012 führt er den Aufsichtsrat.

von Jürgen Salz und Reinhold Böhmer

Aufsichtsratschef Werner Wenning erklärt die geplante Chemie-Abspaltung des Bayer-Konzerns.

WirtschaftsWoche: Herr Wenning, jahrelang hat sich Bayer dagegen gewehrt, das Kunststoff-Geschäft abzuspalten. Warum jetzt auf einmal?
Herr Werner Wenning: Die jeweiligen Geschäftseinheiten von Bayer sind in unterschiedlichen Marktsegmenten mit unterschiedlichen Rendite-Erwartungen tätig. Und der Kapitalbedarf, um das Wachstumspotenzial dieser Geschäfte auszuschöpfen, ist im Laufe der Jahre immer größer geworden. Bei der Zuteilung der Ressourcen ist natürlich die Rentabilität ein wesentliches Kriterium.

Und für das renditeschwächere Kunststoff-Geschäft ist dann kein Geld mehr übrig?
Die Life-Science-Bereiche, also Gesundheit und Landwirtschaft, von Bayer sind vor allem in den vergangenen Jahren hervorragend gewachsen, auch durch Akquisitionen. Gleichzeitig wurde deutlich mehr Geld in die Forschung und Entwicklung der erfolgreichen Produkt-Pipeline sowie in die Vermarktung neuer Produkte wie Xarelto investiert. Auch im Kunststoff-Geschäft wächst der Bedarf weiter, was zusätzliche Finanzmittel zum Beispiel zum Ausbau der Produktion – aber auch für eventuelle Akquisitionen – bedeutet. Die hierfür erforderlichen Mittel stünden im Rahmen einer strategischen Zuteilung der Ressourcen zukünftig nicht mehr ausreichend zur Verfügung.

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Stationen des Bayer-Konzerns

  • 2005

    Bayer übernimmt vom Schweizer Pharmakonzern Roche das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln.

    Trennung von der Chemie, Teil eins: Die Leverkusener spalten das Kautschukgeschäft und weitere Teile ab und bringen das Unternehmen als Lanxess an die Börse.

  • 2006

    Bayer kauft das Berliner Pharmaunternehmen Schering für 17 Milliarden Euro.

  • 2013

    Übernahme des deutschen Medikamentenherstellers Steigerwald, bekannt für das Magenmittel Iberogast.

  • 2014

    Bayer zahlt umgerechnet 10 Milliarden Euro für das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Zwei Milliarden Euro ist Bayer das norwegische Pharmaunternehmen Algeta wert, ein Spezialist für Krebserkrankungen.

    Trennung von der Chemie, Teil zwei: Bayer gibt die Abspaltung der Kunststoffsparte (Bayer Material Science) bekannt.

  • 2015

    Der Börsengang von Covestro, ehemals Bayer Material Science, im Oktober 2015 war einer der größten in Deutschland seit dem Boomjahr 2000. 

Früher – als Sie noch im Vorstand saßen – hieß es immer, Bayer wolle seine Risiken streuen und nicht alles in einen Topf werfen.
Bayer bleibt ja diversifiziert. Zudem ist der Anteil von MaterialScience am Risikoausgleich aufgrund der sehr guten Entwicklung der Life-Science-Bereiche laufend zurückgegangen.

Wieviel Geld will Bayer denn aus dem geplanten Börsengang der Chemie einnehmen? Die Rede ist von zwölf Milliarden Euro?
Warten wir mal ab. Es wird sicher ein großer Börsengang werden. Ich könnte mir perspektivisch vorstellen, dass der neue Konzern im Dax vertreten sein wird.

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