Windparkbauer: Razzia bei Windreich

Windparkbauer: Razzia bei Windreich

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Die Luftaufnahme zeigt den Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Nordsee.

Das Windpark-Unternehmen Windreich ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Büroräume wurden durchsucht. Der Verdacht: Manipulation der Unternehmensbilanz und Anlagebetrug.

Deutschlands größter Windparkbauer Windreich steht unter dem Verdacht der Bilanzmanipulation. Es gab eine Razzia der Staatsanwaltschaft Stuttgart in den Büroräumen von Windreich Wolfschlugen in Baden-Württemberg. Auch vier Privatwohnungen wurden durchsucht. Zahlreiche Unterlagen sowie große Mengen digitaler Daten wurden beschlagnahmt worden sein. Die Auswertung der Daten werde daher "einen erheblichen Zeitraum in Anspruch nehmen", zitiert das "Handelsblatt" aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Bei der Behörde hieß es am Mittwoch, es werde gegen "fünf teils ehemalige, teils amtierende Vorstandsmitglieder einer aktiennotierten Firma, die mit regenerativen Energien arbeitet" ermittelt. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft besteht neben dem Verdacht der Bilanzmanipulation außerdem Verdacht auf Kapitalanlagebetrug, Marktpreismanipulation und Kreditbetrug. Die Ermittler gehen unter anderem der Frage nach, ob in den Jahren 2010 und 2011 Forderungen und Umsätze ausgewiesen wurden, die nicht vollständig durch reale Geschäfte gedeckt waren.

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Auf seiner Homepage gab Windreich-Vorstandsvorsitzender und Alleinaktionär Willi Balz eine Presseerklärung ab und berichtet von den Durchsuchungen seiner Geschäftsräume, die "durch eine anonyme Anzeige" ausgelöst worden seien. Das Unternehmen erklärt seine vollumfängliche Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart und zeigt sich überzeugt, dass die Anschuldigungen "sich als haltlos erweisen" werden. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen will Windreich derzeit keine nähere Stellungnahme abgeben.

Windreich ist eigenen Angaben zufolge der größte deutsche Planer von Windparks in der Nordsee. Hinzu kommen mehrere Windparks an Land. Das Unternehmen spricht von einem Gesamtprojektvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Windreich beschäftigt 130 Mitarbeiter und steckt in den roten Zahlen.

Im Dezember vergangenen Jahres verließ der langjährige Telekom-Finanzvorstand und frühere Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick das Unternehmen. Eick hatte eigentlich die Rolle des Finanzvorstandes bei Windreich übernehmen und den Börsengang vorantreiben sollen. Mit Sabine Christiansen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender holte sich das Unternehmen zuletzt wieder ein prominentes Gesicht. Auch gegen den früheren FDP-Landeswirtschaftsminister Walter Döring laufen Ermittlungen, der früher ebenfalls zur Führungsriege von Windreich zählte. Er saß bis vergangenen Sommer im Vorstand der Firma.

Mit Material von dpa

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