Wirtschaftsfaktor Küche: Die Küchenindustrie feiert sich

Wirtschaftsfaktor Küche: Die Küchenindustrie feiert sich

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Models stehen in Köln auf der Möbelmesse IMM-Cologne.

Die deutsche Küchenindustrie ist weiter auf Wachstumskurs. Welche Trends sicherstellen sollen, dass das auch in den nächsten Jahren so bleibt.

Der Küchenindustrie hierzulande geht es gut. Seit 2009 konnte sie ihren Umsatz kontinuierlich steigern und erwirtschaftete im vergangenen Jahr 10,31 Milliarden Euro, wie Kirk Mangels, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Moderne Küchen (AMK) am Montag bekannt gab. Die guten Verkaufszahlen kommen nicht von ungefähr: „Für die meisten ist Kochen ein Hobby, etwas, das man mit Freunden macht“, sagt Wohnpsychologe Uwe Linke im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Dementsprechend dient die Küche verstärkt der Imagepflege – deswegen geben die Deutschen mittlerweile auch gerne mehr Geld für ihre Küche aus.

„Die tollen Messer und die teuer eingerichtete Küche sollen das genussvolle Leben betonen und den Willen sich gesund zu ernähren“, sagt Linke. Das sei es aber nur eine neue Form sich zu präsentieren. „Der kostspielige Wagen ist out. Heute ist der Thermomix ein Statussymbol.“

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Das freut die deutsche Küchenindustrie, in der aktuell rund 30.000 Menschen beschäftigt sind. In Deutschland hat sich ihr Umsatz von 3,64 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 4,17 Milliarden Euro 2014 gesteigert. Ein immer wichtigerer Faktor wird für die deutsche Küchenindustrie der Export, der mittlerweile für rund vier Zehntel des Umsatzes verantwortlich ist.

Die Trends

Dafür dass die Zahlen auch künftig so erfreulich bleiben, sollen neue Gerätschaften wie Backöfen sorgen, die sich mit der sogenannten Pyrolyse von selbst reinigen. Aufgeheizt auf 500 °C werden Fett und andere Rückstände zu Asche verbrannt und müssen nur noch mit einem feuchten Tuch weggewischt werden. Das erspart Arbeit und Zeit.

Das soll auch ein Trend, auf den die Küchenindustrie in den nächsten Jahren große Hoffnungen setzt: Die per Smartphone und Tablet fernsteuerbare Küche.

Die größten Küchenmöbel-Hersteller

  • Nobilia

    923,4 Millionen Euro Umsatz 2013, davon 561,9 Millionen Euro in Deutschland

    Quelle: Unternehmensbilanzen

  • Alno-Gruppe

    395 Millionen Euro Umsatz in 2013

  • Häcker

    391 Millionen Euro Umsatz in 2013

So präsentierte Siemens auf der Möbelmesse IMM-Cologne im Januar dieses Jahres einen Kühlschrank, der vom Tablet aus einsehbar ist, sodass man von unterwegs herausfinden kann, ob noch ein Feierabendbier im Kühlschrank ist oder ob noch Paprika fehlt.

Mit digitalen Kochbüchern ist es möglich, dass der Backofen sich so programmiert, dass man eine vorgefertigte Lasagne nur noch hineinschieben muss – auf welcher Stufe und wie lange er backt, weiß der Ofen dann selbst. Wenn er fertig ist, schickt er eine Nachricht auf das Handy.

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Gut für die Industrie ist: Knapp zehn Millionen Küchen hierzulande sind älter als 20 Jahre, weitere 15 Millionen älter als 15 Jahre – für die Branche sind das mit Hinblick auf die nächsten Jahren potenzielle Kunden. Gerade die hochmodernen Gerätschaften könnten zum Kauf einer neuen Küche verführen, hoffen die Hersteller.

Allerdings wird das wohl erst in den kommenden Jahren der Fall sein. Aktuell dürften sich nur die wenigsten Gedanken über eine fernsteuerbare Küche machen, denn die gibt es derzeit nur im gehobenen Preissegment. Ein Ofen dieser Art von Siemens ist beispielsweise ab 2000 Euro zu haben – bei 7000 Euro die der Deutsche durchschnittlich für die Neuanschaffung einer Küche ausgibt, ist das ziemlich viel Geld.

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